2004

DogInstinkt
 Tierische Gedanken zum Zeitgeschehen
  

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Datum ^Meldung
22.02.02, 12:30
Neulich traf ich meine Freundin Sandy auf der Straße und wie das halt so üblich ist, hielten wir einen kleinen Plausch. Weißt Du noch, als wir das letzte Mal über den blauen Brief der EU an unseren Finanzexperten Eichel sprachen ?", „ Du, der muß seinen Haushalt bis 2004 konsolidieren, d. h., die Staatsverschuldung darf 2 % nicht übersteigen. Er mußte das nur der EU versprechen und boing, schon gibt`s keinen blauen Brief mehr." „Toll was, ich muß bloß ja und amen sagen und schon ist das Problem aus der Welt." sagte Sandy. „Ja, ich hab`s gehört, am Dienstag sagte einer von der CDU im Radio, daß kann Eichel nur schaffen, wenn er die Mehrwertsteuer auf 20 % erhöht. Das alte Patentrezept, wenn denen nichts mehr einfällt, Steuern rauf, Schulden runter. Einen wirklich konstruktiven Vorschlag hatte der von der CDU auch nicht parat, aber ich hätte da was, Diäten und Bezüge und Vergünstigungen aller Abgeordneten, egal ab Bundestag oder Landtag, drastisch senken, das wäre wirklich eine Nettosteuerentlastung. Aber aus ihren eigenen Näpfen lassen die sich freiwillig nichts rausnehmen, höchstens was reintun." erwiderte ich. „Naja, unser Finanzexperte hat schon geheime Pläne. Die Mehrwertsteuer wird nicht steigen, glaubst Du wirklich, der kann es wagen, 80 Millionen Deutsche und potentiellen Wähler zu verärgern ? Nein, da wird lieber die Arbeitslosen- und Sozialhilfe gekürzt, macht, wenn`s hoch kommt, vielleicht 8 Millionen potentielle Wählerstimmen und die müssen ja froh sein, wenn sie überhaupt was bekommen. Die machen den Mund sowieso nicht auf. Und wem`s nicht paßt, der soll sich gefälligst einen Job suchen. Die Bundesanstalt für Arbeit ist der ideale Jobbeschaffer und wenn Du nicht gleich einen Job kriegst, wirst Du in einer Fortbildungsmaßnahme geparkt, Hauptsache, Du erscheinst nicht in der Statistik. Eines muß man ja dem Jagoda lassen, er ist ein wahrer Zauberkünstler, der sogar Arbeitslose verschwinden lassen kann, man muß nur richtig kreativ mit Zahlen spielen können. Ich frage mich, wann der bei 0 angekommen ist und sich selbst verschwinden läßt. Bei der Erfolgsstory, 70 % geschönte Vermittlungserfolge, 30 reale und keiner weiß genau, wie`s wirklich ist. Die Entlastung des Arbeitsmarktes ist voll spürbar. Auf eine offene Stelle bewerben sich alle, die nur können und werden als Vermittlungserfolg geführt. Bis jemand merkt, wer die Stelle wirklich hat, kann viel Zeit vergehen, aber die Statistik sieht doch echt toll aus. Der Solidargedanke wird ganz neu interpretiert: von denen, die nicht viel haben, nehmen wir noch mehr, die übrigen geben freiwillig sowieso nichts mehr her. Wie sagte unser Kanzler am 21. September 1998 (Quelle Wirtschaftswoche 5 vom 24.01.2002): „Wenn wir es nicht schaffen, die Arbeitslosigkeit signifikant zu senken, dann haben wir es nicht verdient, wiedergewählt zu werden, noch werden wir wiedergewählt." Da kann ich nur sagen, die Bundesanstalt für Arbeit war auf dem besten Weg, die Arbeitslosenzahlen zu senken und wir nehmen unseren Kanzler gern beim Wort. Bei der Bundestagswahl 2002 wird ihm hoffentlich die Quittung präsentiert für diese verzerrten Statistiken und hinters-Licht-Führerei der Wähler. Oh Mann, ich sag nur,

Dog es stinkt!

22.02.02, 12:29
Tabak- und Versicherungssteuer = Kriegssteuer !

Hi, Sarah, na, vergeht Deinem Herrchen auch das Qualmen und Versicherungen abschließen ?, fragte ich. Na klar, antwortete Sarah, bei den Steuererhöhungen, die unser Oberhütungswährer draufschlägt. Ein Glück nur, daß wir damit einen humanitären Zweck unterstützen. Welchen humanitären Zweck denn ?, fragte ich Sarah. Na wir zahlen den Bundeswehreinsatz in Afghanistan und unterstützen die Amerikaner bei der Sicherung ihres Einflußbereiches in Nahost, antwortete Sarah. Erst werden die aktuellen Menschenrechtsverletzer gestürtzt, um den Land Frieden und Freiheit zu bringen und gleichzeitig hieven wir die vorherigen Machthaber in ihre alte Positionen zurück. Das Spiel ist immer das gleiche. Ein Despot wird durch den nächsten ersetzt, das nennt man Politik und demokratische Befreiung des afghanischen Volkes. In Wirklichkeit geht es doch nur um die Sicherung der Rohstoffpfründe, sprich Ölvorkommen und Pipeline-Verbindungen. Eine Hand wäscht die andere, ich setze das alte Regime ab und sage dem nächsten, wie es läuft. Und Gnade Gott, wenn das nicht zieht, dann spielen wir halt wieder Krieg auf Kosten der Zivilbevölkerung. Ein paar Tote sind doch egal, wird einkalkuliert, hinterher leisten wir humanitäre Hilfe.

Und das bezeichnet man dann als "Terrorismusbekämpfung". erläuterte mir Sarah. "Aber warum gibt es dann andere Kräfte, die gegen die Amerikaner kämpfen, wenn die doch Afghanistan die Freiheit bringen wollen ?, fragte ich Sarah. " Sag mal, hast Du`s nicht kapiert?, Du dummes Schaf, schalt mich Sarah: Die haben die Nase voll von ihren "amerikanischen Freunden, die sie erst im Kampf gegen das alte Regime mit Waffen und technischem Know-How sowie Geld unterstützten und als diese nicht mehr ins Konzept paßten, einen Tritt bekamen, weil die Amerikaner nicht die Freiheit des Volkes, sondern nur einen weiteren Stützpunkt für die Durchsetzung ihrer ökonomischen Interessen wollten. Das haben sie begriffen. Amerika - die Weltpolizei - solange es für sie sich lohnt. Tja, und wir als Verbündete müssen unseren Beitrag leisten. Warum ? Wurde das deutsche Volk gefragt, ob es damit einverstanden ist ? Nein, unser Medienkanzler hat für uns entschieden, ganz einsam. Das muß wirklich schwer gewesen. Mann, ich sag Dir ......

Dog es stinkt!

22.02.02, 12:29
Es war einmal, so fängt jedes Märchen an, eines von vielen bedauernswerten Lebewesen, daß dort landete, wo es nun wirklich nicht hingehört, im Tierheim, nämlich.

Gestatten, mein Name ist Gina (ich bin die harmlose Schwarze) und im Laufe meiner tierischen Gedanken werden Sie mich und meine Freunde näher kennenlernen. Nun, ich hatte Glück im Unglück, mein jetziges Frauchen und Herrchen fanden mich so toll, obwohl ich wie jedes Heimkind viele Macken hatte und habe, daß sie mich mitnahmen und da bin ich noch heute. Ich habe viel von Ihnen gelernt und auch Sie können sich sicherlich noch einiges bei mir abgucken.

Neulich traf ich meine Freundin Bella. Sie fragte :"Na, wie wird denn 2002 ?" Oh, antwortete ich: "Richtig toll, bei den Geschenken, die wir bis jetzt bekommen haben und noch bekommen werden". "Welche Geschenke ?, fragte Bella. "Na die von unserer Regierung !", antwortete ich. Bella ist eine Bulldogge und typisch für ihre Rasse glotzte sie mich behäbig an und forderte mich auf, ihr das zu erklären. "Also, die 4. Stufe der Ökosteuer ist seit 01.01. in Kraft. Das heißt, daß Benzin und Strom immens teuer geworden sind.
Der Sinn besteht darin, irgendwann einmal, erneuerbare Energien zu fördern, Arbeitsplätze zu schaffen und die Lohnnebenkosten zu senken, weist ja erst mal abkassieren. Kriegst Du jetzt auch ein Solardach auf Dein Körbchen mit Generator ? Falls Du nicht alle Energie für Dich verbrauchst, kannst Du ja vielleicht die Waschmaschine Deines Frauchens betreiben." Apropops, erneuerbare Energien, warum läßt Du nicht einen Tretgenerator an Deinem Körbchen installieren ? Dann braucht keiner mehr mit Dir spazieren zu gehen und Du kannst per pedum mobile Strom erzeugen. Und vor allem, Du bist unabhängig von Deinen Leuten. Den Strom, den Du erzeugst und den ihr selber nicht braucht, kannst Du ins öffentliche Stromnetz einspeisen lassen. Da kannst Du richtig Kohle machen. Und irgendwann werden vielleicht alle Tiere dieser Welt den Strom erzeugen, was glaubst Du, welchen Respekt dann die Menschen vor uns haben werden und alle ihre Energieprobleme werden mit einem Schlag gelöst sein. Bella, Du solltest wirklich wegweisend tätig werden. Vielleicht bist Du dann der erste Hund, der den Nobelpreis bekommt, für hervorragende Leistungen im Überlebenskampf der Menschen mit der Natur." Wow", Bella schaute mich ganz entzückt an, ihre Augen glänzten:"Meinst Du wirklich ?" "Dann kriegen meine Leute sogar von den Grünen eine Gratisfahrt ins Blaue für mich spendiert für löbliche Verdienste bei der Beschaffung erneuerbarer Energien meinerseits und vielleicht gibts`s ja auch Rabatt beim Tanken. Seit das Rabattgesetz gefallen ist, kann man ja frei verhandeln." "Ja, ja, sagte ich und schaute sie an. "Ich weiß, bei meiner Statur und meinem Tempo kann ich lange strampeln, bis ich eine Kilowattstunde zusammenhab, vielleicht bin ich ja bis dahin schon längst zusammengebrochen, aber darüber reden kann man ja. Ich sag Dir nur eins, ....

Dog es stinkt!

21.02.02, 14:26
Der blaue Brief aus Brüssel

Rrrring, es klingelte an der Tür. Frauchen öffnete und ich flitzte auch gleich hin, weil meine Nase mir verriet, daß meine Freundin Sandy heute zu Besuch kam. "Hallo", begrüßte ich sie. Sandy schaute mich ganz verschwörerisch an und flüsterte:"Meine Oberhoheit hat heute vom Postboten einen blauen Brief bekommen." "Aber wie kommt ihr denn dazu?" fragte ich. "Wie unser Finanzminister, der unseren deutschen Haushalt erst 2006 ausgleichen will und damit sich einfach nicht mehr an die mit der EU vereinbarten, haushaltspolitischen Regeln des Stabilitätspaktes hält, die jeder Mitgliedsstaat der EU, der den EURO einführte, unterschrieben hat. Somit hat er sich den Unmut der Chefs in Brüssel zugezogen und soll jetzt die gelbe Karte, sprich einen blauen Brief kriegen." "Aber, aber" wendete ich ein:"den blauen Brief kriegt man doch nur in der Schule, wenn man versetzungsgefährdet ist." "Ja," meinte Sandy:"unser Finanzminister ist auch versetzungsgefährdet, wenn es nach der Opposition geht, absetzungsgefährdet. Eichel wollte den blauen Brief an die Länderfinanzminister weiterreichen, aber die denken ja gar nicht daran, den Sündenbock zu spielen, die geben den blauen Brief an Eichel zurück. Die sagen nämlich, daß Eichel der wahre Schuldige ist. Er habe durch seine falsche Politik dafür gesorgt, daß die Steuereinnahmen erdrutschartig wegbrechen und Deutschland beim Wachstum Europas Schlußlicht sei (Quelle Handelsblatt vom 5.2.2002 Nr. 25, Seite 2). Was glaubst Du, wie dem der angekündigte Brief gestunken hat." "Ja, wie unserem Herrchen, als unser Hundetrainer ihm sagte, Frauchen und ich wären das Paradebeispiel dafür, daß man uns hundertmal was erklären kann, aber umsetzen geht nicht. Dabei hat der immer nur rumgeschrien. Der hat seinen blauen Brief an Frauchen weitergegeben, na und Du glaubst ja wohl, daß dann bei Frauchen die Post abging. Jedenfalls hat sich unser Trainer hinterher entschuldigt. Nicht mit uns, meine Herren." "Also unser blauer Brief hat nicht gestunken, aber es war ja auch ein Liebesbrief !", lachte Sandy, "Herrchen hatte sich wohl nur in der Farbe geirrt."
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