2004

DogInstinkt
 Tierische Gedanken zum Zeitgeschehen
  

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Datum ^Meldung
01.08.02, 19:47
Blöde Mama, blöder Papa

Bis ihr den Brief hier findet, hab ich mich schon lengst verkrümelt (Keine Angst, Mama, auf deinen Liblingsteppich ist diesmal nichts gefallen). Ich hab die Schnautze voll und fersuche mein Glück woanders. Dann falle ich euch nicht lenger zu Last. Nie habt ihr Zeit.

Und wenn mann mit euch reden will, hört ihr sowieso nicht zu. Da rede ich liber mit Balu (Falls ihr es nicht mitgekrickt habt, so heißt mein Teddy-Ber). Der kann zwar nicht sprechen, aber dafür ist sein Fell schön wam und weich.

Und er mäckert nicht so dämlich rumm wie ihr, wenn mal aus Versehn was kaputt geht oder ich eine 5 in der Abeit geschriben hab. Gut, das ist oft forgekommen in letster Zeit. Aber mir hilft auch keiner bei den Hausaufgaben. Dauernt sagt ihr: Frag deine Leererin oder einen Klassenkammeraden. Warscheinlich kapirt ihr das selber nicht, weil ihr so blöd seid. Ich glaube, ihr müßt die Schule nochmal machen.

Aber da ist ga kein Plats für euch. Die Klassen sind fiel zu voll. Und die Leerer sind fiel zu wenig und die meisten schon elter als ihr. Die verstehn uns ga nicht. Die meinen immer blos: Das müßt ihr können, das müßt ihr wissen. Wer nicht mitkommt, ist selber schult. Die kann mann auch nix fragen, die sind nach der Stunde immer gleich weg. Und wenn mann fragt, warumm es nicht mer Leerer gibt, wird gesagt: Es ist nicht genug Geld da. Es muß gespat werden.

Genau das sagt ihr auch immer, wenn ich mir was kaufen will. Wir haben nicht genug Geld, wir müssen sparen. Aber für Papas Bierkasten ist immer noch welches da. Peter und Kristian kriegen alles, was sie möchten. Commputer, Nintendo, Kassätten, Videospile. Und im Sommer faren die mit ihren Eltern nach Frankreich. Die dürfen auch mit auf Klassenfat. Ich muß zu Hause bleiben.

Warumm haben die genug Geld dafür und wir nicht? Das ist ungerächt. Ich hab euch gestern zugehört, was ihr über mich gesprochen habt. Papa hat gesagt, ich koste soviel Geld. Aber wenn ich euch zu teuer bin, warumm habt ihr mich dann überhaupt angeschaft? Es ist besser, das ich abhau. Dann habt ihr mehr Geld und Papa kann sich noch zwei Bierkasten kaufen. Vieleicht könnt ihr mich soga von der Steuer absetzen. Aber ihr könnt mich sowieso mal.

Der kleine DogInstinkt

29.07.02, 17:18
Patient der Kasse=Wenig Masse=Zweite Klasse

Lästig, diese Kassenpatienten! Kommen angewackelt, angehumpelt, angekrochen oder angetragen und beanspruchen stöhnend und Blut spuckend die beste medizinische Versorgung. Hernach können ihnen Ärzte und Krankenhäuser nicht einmal die Rechnung präsentieren, denn die geht gleich an die Krankenkasse. Die würde sie am liebsten nach der formal technischen Abarbeitung zu den Akten legen und das Geld für sich behalten, um die eigenen Büros auszubauen.

Otto Normalpatient mit seinem Niedrigeinkommen u. Niedrigbeiträgen liegt allen schwer auf der Tasche, besonders sobald er sich die Unverschämtheit leistet, krank zu werden. Soll er doch bitte gesund bleiben und in nicht zu hohem Alter sozial verträglich ableben. Ob man ihm (oder seinen Angehörigen) das mit einem großzügigen Sterbegeld schmackhaft machen kann?

Den großen Ansprüchen kleiner Verdiener gehört ein Riegel vorgeschoben. Die Sparpotentiale sind hier bei weitem nicht ausgeschöpft. Die Zauberworte lauten: Mehr Eigenverantwortung, mehr Eigeninitiative durch einen stärkeren Ausbau der Selbstbeteiligung über den finanziellen Rahmen hinaus. Wie das aussieht?
Wenn der Patient der Kasse mangels Masse nicht aus eigener Tasche zuschießen kann, darf er bei Operationen zukünftig selbst mit Hand anlegen. Statt Vollnarkose gibt es nur örtliche Betäubung, statt der OP-Schwestern assistiert der Patient selbst dem Chirurgen, reicht diesem Instrumente und Tupfer an und näht zum Schluss das Loch im eigenen Bauch zu. Das spart nicht nur immense Kosten, sondern auch Zeit, die der Chirurg dem Privatpatienten im Nebensaal widmen kann.

Tut es dem kleinen Kassenkranken am Zähnchen weh, darf er demnächst das Werkzeug für seine Behandlung selbst mit in die Zahnarzt-Praxis bringen: Pressluft-Bohrer, Kneifzange und Gummi- Hammer zur Betäubung. Auf zum fröhlichen Heimwerken! Da der Pressluft- Bohrer von kariösen Zähnen nichts übrig lässt, dürfen sie gleich gezogen werden. Auf Zahnersatz wird ganz verzichtet, es regiert der Mut zur Lücke und Schnabeltasse. Damit sind für Kassenpatienten die Zeiten der medizinischen Feinmechanik vorüber. Je kleiner der Geldbeutel, desto größer die Schmerzen. Wer nicht zahlen kann, soll fühlen.
Dr. Gallenstein

23.07.02, 11:05
Wenn einer geht - Scharping


"Hallo, Gina !" begrüßte mich Sandy: "Na, die Verteidigung ist gefallen, es lebe die Verteidigung !" "Was ist los?" fragte ich Sandy: "Hast Du zu viel Wasser gesoffen?" "Nö, aber unser Verteidigungsminister Scharping ist geflogen, das Kabinett von Schröder hat einmal wieder die Türe geöffnet und sich von einem seiner Minister verabschiedet." antwortete Sandy. "Ach so, der Scharping hat`s halt nicht so mit der Verteidigung genau genommen. Wer lieber mit seiner Gräfin im Pool planscht, wenn die eigenen Soldaten in den Krieg ziehen, darf sich nicht wundern, wenn er abgemahnt wird." bemerkte Gina. "Ich weiß nicht, die wievielte Abmahnung es war, aber diesmal ist sein Pokerstückchen mit dem Kassieren von Honorargeldern in der Höhle des Löwen, sprich bei Hunzinger, für sein noch nicht veröffentlichtes Lebenswerk gewaltig in die Hose gegangen." witzelte Sandy: "Doch nichts desto trotz wird unser Verteidigungsminister a. D. mit allen militärischen Ehren gefeuert. Wundert mich nicht, wenn sie auch noch Salut schießen, so groß ist doch die Erleichterung bei der SPD, diesen Fettnäpfchentreter endlich auf einen Außenposten abzuschieben, wo er in Ehren keinen Blödsinn mehr verzapfen kann." "Tja, und wenn der Abschied noch versüßt wird mit 12.250 Euro Übergangsgeld und Pensionsansprüchen in Höhe von 8.000 Euro monatlich, dann möchte ich auch Parlamentarier sein." schwärmte Gina: "Nicht schlau, nur peinlich genug." "Wenn Herrchen oder Frauchen gefeuert werden, gibt`s kein Salut, höchstens ein Theater, wenn sie sich beim Arbeitsamt als arbeitssuchend melden. Wenn es aber nach den Vorschlägen der Hartz-Kommission geht, haben wir bald keine Arbeitslosen mehr, sondern nur noch staatliche Angestellte des Jobcenters. Auch `ne nette Perspektive." bemerkte Sandy: "Dann gibt`s Billigjobs en groß, vielleicht ist ja für uns auch was dabei.

Ich sag`s ja, Dog, es stinkt."

17.07.02, 09:43
Nitrophenskandal


"Hallo, Sandy, Dich habe ich ja lange nicht mehr geschnüffelt, wollte sagen, gesehen !" meinte Gina fröhlich: "Mensch, ich bin richtig froh, daß Du wieder da bist, wo hast Du denn so lange gesteckt ?" "Ja, wo war ich wohl ?" fragte Sandy: "Meine Menschenleute wollten schon aus Deutschland weg, weißt Du, die Landeshundeverordnung, unsere skandalgeschüttelten Politiker, halt der alltägliche Blödsinn, der von unserer Oberhoheit "Regierung" verzapft wird, aber dann haben sie es sich anders überlegt." "Du wärst einfach so weggegangen, ohne Dich von mir zu verabschieden ?" fragte Gina traurig. "Ja, ich wollte doch nicht, aber meine Menschen !" sagte Sandy: "Die brauchen sich doch nicht zu wundern, wenn die Leute abhauen." "Das Neueste ist ja nun der Nitrophenskandal im Tierfutter von der Firma "Bioland". Bio traue ich nicht mehr !", meinte Gina:" Glaub`s oder glaub`s nicht, jetzt werden wir schon von einer außerirdischen Rasse gekillt, den Biofreaks. Die Ferkel scheuen aber auch wirklich vor nichts zurück. Diesen Schweinen müßte man eigentlich ihr eigenes Futter zu fressen geben." empörte sich Sandy: "Dann wird auch noch gesagt, es ist besser, nur noch Rindfleisch zu fressen, schließlich sei dies das am härtesten getestete Fleisch Deutschlands und wirklich sicher, BSE haben die schon längst vergessen. Also, ab morgen gibt es nur noch Hundefutter mit Rindfleisch." "Es ist egal, was Du frißt, sterben kannst Du davon, auf jeden Fall ist Dir aber irgendwann einmal eine Krankheit sicher, wo Profit regiert und nicht mehr Menschenverstand, ist die Grenze für jede Sauerei längst überschritten. Darüber könnten unsere Politiker mal nachdenken, sei es im Agrar-, Wirtschafts- oder Sozialsektor. Und auch ihre eigenen Schweinereien im Politikersektor sind wohl kaum dazu angetan, Herrchen und Frauchen als Wähler für sich zu gewinnen. Die Werte für unsere Gesellschaft sind zu überdenken, Ehrlichkeit, Anständigkeit, Hilfsbereitschaft und vor allem wieder Vertrauen, anstatt skrupelloser Machtmißbrauch und Postenküngelei für ein paar Eier mehr auf dem schwarzen Konto." bemerkte Gina. "Können die denn noch denken bei all dem jahrelangen verseuchten Futter- oder Tierfraß, den sie sich selbst reingezogen haben ? Ich denke eher, die Folgen werden langsam sichtbar." sagte Sandy: "Tja, ich sag`s ja, Dog es stinkt."


27.06.02, 22:13
Das nationale Wir(r)gefühl


Bei Olympiaden und Fußball-Weltmeisterschaften feiert er Hochkonjunktur, der geballte Nationalstolz. In Zeiten wachsender sozialer Schieflage nehmen die meinungsbildende Schmierpresse und ähnlich gelagerte Massenverblödungsmaschinerien sportliche Großereignisse zum Anlass, dumpfe Nationalgefühle hochzupeitschen. Mit sichtbarem Erfolg: Deutsche Fans rollten während der Fußball- WM in Fernost eine schwarz-rot-goldene Fahne aus mit der vielsagenden Aufschrift: "Siegen fürs Vaterland." Die schwerfällige Spielweise "unserer" Jungs passte dazu wie die Faust aufs braune Auge. Sie erinnerte an die Geschwindigkeit, mit der sich Panzer fortbewegen. Langsam aber unerbittlich eilte man?, nein, kroch man von Sieg zu Sieg.

Fußballexperten waren sich einig: Es fehlte der spielerische Elan. Der wurde durch Glück, Kampf, Krampf und Olli Kahn ersetzt. Vaterlandstrunkene Möchtegernexperten bejubelten nichtsdestotrotz das "gute Spiel" der deutschen Truppe. Anhängern des technisch eleganten Fußballs dürfte es schwergefallen sein, in den Aufführungen der Klopper im Zeichen von Adler und Daimler- Stern etwas zu entdecken, das die Bezeichnung "Spiel" verdient hätte.

Spielen, das taten die deutschen Gegner, aber sie vermochten nicht, das von Olli vernagelte Tor zu treffen. Dem verblenderischen Nationalstolz war's einerlei. Hauptsache Erfolg, Hauptsache Sieg, am besten Endsieg! Wieder zeigt Deutschland es der ganzen Welt. Dieses Mal weniger zu Wasser und zu Lande als vielmehr in der Luft (bei Kopfbällen) und auf dem Rasen. Und das, obwohl sich der Ball beim Ackern und Kloppen eher als Störfaktor erwies. Egal. "Wir" sind wieder wer! Aber wer sind "wir" eigentlich? Gibt es da überhaupt ein "wir"? Reichen Sprache, Ausweis, Bier, Brezel, Bulette, schwarz-rot-goldenes Fähnchen und ein paar Glückssiege aus, um von "uns" sprechen zu können in Abgrenzung zu den anderen, den "Ausländern"? Nationalismus ist eine dunkle, schwarzbraune Brille, die das Sehvermögen und damit die Erkenntnis der Wirklichkeit auf Null reduziert.

Drastischer formuliert: Wer glaubt, die deutsche Mannschaft hätte allein auf Grund ihrer Erfolge guten Fußball geboten, der glaubt auch solchen Mist wie "die Ausländer nehmen uns die Arbeitsplätze weg" oder "Arbeitslose sind Sozialschmarotzer, die nicht arbeiten wollen". Nationalismus ist nicht nur eine Hirnblockade. Er ist eine Geistesgestörtheit, die sich von dumpfen Gefühlen aus dem Unterbewusstsein, von Ängsten und Minderwertigkeitskomplexen, speist. Alles, was anders, was fremd ist, erscheint durch die schwarzbraune Brille düster und bedrohlich. Der Brillenträger ist unsicher, er hat Angst vor Vereinzelung, Angst, nicht akzeptiert zu werden. Er wünscht nichts sehnlicher als seinen Platz im Rudel zugewiesen zu bekommen. Er sucht Geborgenheit im Schein-"Wir" der nationalen Herkunft. Und verfällt einem Trugbild, das allein durch die klare und scharfe Erkenntnis der Wirklichkeit verfliegt.

Über den eigenen, den nationalen Tellerrand hinausschauen und die Lebensverhältnisse aller Menschen nicht nur hierzulande, sondern weltweit betrachten, das ist die beste Medizin gegen den nationalistischen Virus, der das Hirn verbrennt. Als Radikalkur empfiehlt sich das Vor Augen Führen extremer sozialer Gegensätze. Nehmen wir einen millionenschweren Spitzenmanager und stellen ihm einen Obdachlosen ohne Einkommen gegenüber. Beide sprechen Deutsch und haben einen deutschen Pass. Fühlen sie sich auf Grund dessen einander verbunden? Bringt ihr patriotisches Stolzbewusstsein sie dazu, sich gemeinsam Hand in Hand für ihr Heimatland einzusetzen?

Nehmen wir auf der anderen Seite einen armen chinesischen Bauern, der auf seiner kärglichen Parzelle so wenig erntet, dass er gezwungen ist, auf einer Baustelle in Shanghai für wenig Geld zu malochen, um sich und seine Familie durchzubringen. Nationalistische Ideologie will uns weismachen, dass dieser arme Bauer eine Gefahr für die deutsche Bauwirtschaft darstellt, weil er ihr durch seinen Hungerlohn Konkurrenz auf dem Weltmarkt macht. Da können "wir" nicht mithalten. Das fällt zu "unserem" Nachteil aus. Auch zu dem des Spitzenmanagers, dessen Bezüge unabhängig von der wirtschaftlichen Verfassung seines Unternehmens regelmäßig erhöht werden? Oder zu dem des Obdachlosen, der praktisch nichts hat? Soll er sich aus reiner Vaterlandsliebe gemeinsam mit der Führungskraft gegen den Strom von Asylbewerbern stemmen, damit diese ihm nicht wegnehmen, was er ohnehin nicht besitzt?

Lassen wir den Nationaldünkel beiseite, fällt nicht schwer zu erkennen, dass die jeweilige Lebenssituation den Ausschlag gibt und sich ein "wir" frei von Hirngespinsten eigentlich hierüber bestimmen sollte. Danach gesellt sich der deutsche Obdachlose zum chinesischen Bauern bzw. Bauarbeiter. Derweil prosten sich der deutsche Spitzenmanager und sein chinesischer Filialleiter im Edelrestaurant mit Schampus zu. Das ist die Realität. Der sollten wir alle, ob deutsch oder nicht, ins Auge schauen, will heißen, die schwarzbraune Brille herunternehmen und wegschmeißen. Kommen arme Bauern, Bauarbeiter, Obdachlose und der Rest der benachteiligten Menschheit irgendwann einmal auf diesen Trichter, dürfte den Herren in der ersten Klasse mulmig werden. Sie sind diejenigen, die besagte Brillen verteilt haben. Zu ihnen zählen übrigens auch überbezahlte Fußballprofis.

Rote Brille

17.06.02, 23:00
Börsenkracher MDR oder die ostdeutsche Erfolgsstory eines öffentlich-rechtlichen Senders

Jenoptik, unter Leitung vom importierten CDU-Mitglied und Amtsanwärter für den Posten des Wirtschaftsministers unter der vielleicht-Regierung Stoibers Lothar Späth, hat es vorgemacht. Das Allheilmittel - Gang des Unternehmens an die Börse als kapitalerhöhende Maßnahme hat kurzfristig Geld ins Unternehmen gepumpt, doch der Kurs der Aktie an der Börse selbst hümpelt den Gewinnerwartungen der Aktionäre weit hinterher und Aussicht auf Änderungen sind gering. Aber das macht nichts, wer in Aktien investiert, übt sich in Geduld und kennt das Risiko, viel Geld zu verlieren oder für lange Zeit zu parken, um wenigstens kostendeckend die Aktien wieder loszuwerden, sehr genau.

Noch heißer sind ausländische Anleihen. Vom Börsenprofi als hoch spekulativ eingestuft, können sie satte Renditen oder satte Verluste einbringen. Für den kleinen Mann von wenig Reiz. Für den Mitteldeutschen Rundfunk von unschätzbarem Wert und als Kapitalanlage der glatte Reinfall, denn die erworbenen argentinischen Staatsanleihen haben aufgrund der Finanzkrise Argentiniens einen Verlust von ca. 9 Millionen Euro eingefahren.

Kein Problem für den Mitteldeutschen Rundfunk, Verluste werden vom Finanzamt zu 100 % anerkannt und außerdem sind es ja bloß die Zwangsgebühren des Otto Normalfernsehers oder Radiohörers, die da mal locker in den Sand gesetzt werden.

Wen wundert`s da, daß unser alltäglicher Fernsehabend größtenteils aus Wiederholungssendungen oder billigen Abklatsch-Soaps besteht ? Qualitativ anspruchsvolle Produktionen sind einfach nicht mehr drin. Und für den Bildungsstand der Zuschauer, laut Pisa-Studie werden wir immer dümmer, ist das nicht abträglich.

Im Gegenteil, wer sich einlullen läßt, denkt nicht nach und stellt auch nichts in Frage. Idealzustand für immer dreistere Abzocke durch Erhöhung der Gebühren. Ist ja auch dringend notwendig. Wie sonst kann der Mitteldeutsche Rundfunk wieder aktiv am Börsentreiben teilnehmen ?

Wer wird für den entstandenen Schaden haften ? Wie immer, die Steuerzahler. Wir bezahlen doppelt, einmal mit höheren Gebühren und das andere Mal durch das 100 %-ige Verlustanerkenntnis durch das Finanzamt.

Wer ist dafür verantwortlich ? Wer wird in Regreß genommen ? Ist es nicht an der Zeit, daß der Intendant des MDR seinen Hut nimmt oder genommen wird ? Ist die Stimme des Ministerpräsidenten von Sachsen noch immer nicht klar zu hören und ein solch skandalöser Umgang mit öffentlichen Geldern anzuprangern ?

Wir werden nichts hören. Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus. Die Gefahr, daß noch andere Schweinereien und Skandälchen an die Oberfläche kommen, besteht permanent. Vorsicht ist also geboten, fragt sich nur, für wen ?

05.06.02, 22:34
Gedanken zu Palästina und Israel oder die Chronologie eines Krieges

Die tragische Geschichte eines Krieges ist immer eine Geschichte zuviel in der Chronologie der Menschwerdung. Seit die Evolution des Homo Sapiens ihm die Beherrschung der Natur erlaubte, wurde um deren Aufteilung erbitterte Kämpfe geführt. Homo Sapiens gegen Homo Sapiens. Gewinnen konnte nur, welcher der Natur ihre Geheimnisse abpressen konnte und sie in waffenfähigen Vorteil umwandelte. Schon die Bibel hat die Geschichte von Kain, der seinen Bruder Abel erschlug, um Vorteile für sich zu verschaffen, eindrucksvoll dokumentiert. Doch die Liste der Kriege, die im Namen von wem auch immer, verwunderlich ist nur die Anzahl der Kriege im Namen "Gottes", wie er in den einzelnen Ländern genannt wird, sehr sehr lang ist.

Doch der Homo Sapiens ist ein Produkt der Natur, eine höchst eigenartige, hochintelligente Weiterentwicklung des Affen, das selbständig und unabhängig von der Natur denken und leben kann. Und sich gegenseitig umbringt in seinem unermeßlichen Drang nach Anhäufung von Kapital (Geld) und Macht.
Was hat das mit Palästina und Israel zu tun ? Oh, sehr viel. Auch in diesem Krieg geht es um Kapital und die Interessen der Machtinhaber einiger weniger.
Daß die Palästinenser ihr Land verteidigen, ist nachvollziehbar und die ständige Besetzung und Gebietsanspruchserhebung durch die israelischen Juden, hier sprechen wir von den Regierenden, ist schon merkwürdig, wenn man bedenkt, daß der Gebietsanspruch des Staates Israel in den Grenzen von 1967 durch Präsident Arafat schriftlich anerkannt wurde. Weshalb ist also ein Frieden unmöglich ?

Betrachtet man die Situation der Palästinenser, die nicht akzeptiert werden von den Regierenden Israels, so ist klar, daß kein Frieden herrschen kann. Ist kein Platz für die Palästinenser neben den regierenden Juden Israels ? Warum ? Gibt es hier einen Interessenkonflikt zwischen den Geschäftsinteressen der reichen Saudis und Amerikaner ? Die arabischen Staaten halten sich sehr bedeckt in Bezug auf den Konflikt Arafat - Sharon. Zwar unterstützen sie Arafat, in welcher Form auch immer, aber konkret Stellung beziehen sie auch nicht. Und der große Bruder Amerika, dessen Sympathien mehr auf Seiten der Israelis liegt, als bei Arafat zeigt Israel den rechten Weg in Form der Terroristenbekämpfung. Die Erfahrungen Afghanistans "erst Lebensmittelpakete, dann Bomben" lehren, daß es zu keiner wirklichen Konfliktbehebung kommen kann, aber der Grund ist plausibel und übertragbar auf jeden beliebigen. Wer zahlt die Zeche ? Die Zivil-bevölkerung. Frauen und Kinder, die sich nicht wehren können. Und Männer, die als Vorsichtsmaßnahme und ohne beweisbaren Grund, als Terroristen vorsorglich bezeichnet und verschleppt oder hingerichtet werden.

Israel - eine Atommacht - Frankreich hat in den 60-er Jahren die notwendigen Materialien geliefert. Und heute verfügt Israel über Panzer, F 16-Raketen, schwere Gerätschaft zum Zermalmen von Häusern in Form von gigantischen Bulldozern, ganz zu schweigen von Maschinenpistolen, reichlichst Munition und Bomben. Welche Waffen haben die Palästinenser ? Selbsmordattentäter mit Sprengstoff. Sie können keinen Supergau verursachen. Und Atomwaffen ? 200 Stück in Israel ? Können Sie sich dem Horrorszenario entziehen ? Nicht die Russen bedrohen mehr die Welt, wie in Zeiten des kalten Krieges oder des Sozialismus, sondern der Konflikt im Nahen Osten.

Wo sind Presse, Rundfunk, Fernsehen ? Wo ist die unabhängige Berichterstattung, die aufmerksam macht auf den möglichen Supergau aus Nahost ? Verschwunden und nicht hineingelassen durch die Israelis ? Wo sind die europäischen Staaten, deren konsequentes Auftreten gegen Krieg und Unterdrückung ? Wo ist das Machtwort der UNO und die Anklage gegen die Menschenrechtsverletzungen Israels gegenüber Palästina, die in der Genfer Konvention eindeutig definiert sind ? Wo ist die geschlossene Front und Solidarität von Europäern und Nichteuropäern, um diesen unseligen Krieg zu beenden ?

Die Mehrheit der jüdischen Bevölkerung Israels ist mit dem Vorgehen der Regierung gegen Palästinenser nicht einverstanden. Warum ? Israels Bevölkerung und Palästinas Bevölkerung wollen eines gemeinsam - in Frieden leben. Das ist das Band und kann das politische Band für Völkerverständigung und friedliche Koexistenz sein. Dann werden aber Kapital- und Machtinteressen in den Hintergrund treten.

Was ist ein Menschenleben heute wert ? Untergeordnet dem Prinzip von Kapital und Macht wenig - nichts. Wer klagt an ? Die Opfer, die Leidtragenden des Krieges, werden sie Recht bekommen ? Wann ? Es wird zu spät sein, denn die Kriegstoten liegen in kalter Erde und werden nicht mehr zurückkehren.
Die Vermittlungsgespräche vieler internationaler Politiker im Konflikt Palästina und Israel versickern wie ein Bächlein im Sand, eine Entschärfung, nicht mal um einen Millimeter, kann erreicht werden und die jahrelange Konfrontationen verhärten die Fronten immer mehr.

Können wir nicht unseren gesunden Menschenverstand einsetzen (vorausgesetzt, daß es ihn noch gibt), um diesen unseligen Krieg zu beenden ? Es kann doch nicht so schwer sein, eine für alle Beteiligte annehmbare Lösung zu finden, ohne sich gegenseitig abzumurksen. Wie werden denn unsere Kinder und Kindeskinder miteinander umgehen, wenn wir ihnen nicht zeigen, daß Konflikte gewaltfrei ausgetragen werden können und daß jeder einen Schritt zurückgehen kann, ohne seine Würde aufzugeben und den anderen zu verletzen ? Wann werden wir das lernen, leben und lehren ? Dazu bedarf es sehr viel Mut, hier und jetzt kann ein Anfang sein. Wer sich selbständig artikulieren kann, kann auch selbständig denken und handeln. Das ist das großartige Geschenk, welches uns Mutter und Vater mitgeben. Besinnen wir uns darauf, im kleinen wie im großen. Denn der Homo Sapiens ist nicht von Natur aus Böse, es ist der Umgang, der ihn böse machen kann.

Es liegt in uns, aus uns etwas zu machen. Zum Besseren dieser Welt. Die Natur birgt alle Chancen in uns, zu entscheiden, wie wir uns entwickeln. Nutzen wir es zu einem differenziertem Denken und pfleglicheren Umgang mit uns allen. Nur so werden wir ein Weiterbestehen von Mensch und Natur garantieren oder unser Untergang durch uns selbst wird besiegelt sein.

03.06.02, 22:59
Wenn zwei sich streiten oder strategischer Wahlkampf der FDP

"Hallo Sandy ! Na, wie ist die Woche ?" fragte Gina ihre alte Freundin. "Tja, sie hat ja gerade erst angefangen, aber dafür ist sie ziemlich heiß, nicht nur von den sommerlichen Temperaturen her betrachtet." antwortete Sandy: "Die Diskussion um Antisemitismus in der FDP nimmt ja immer krassere Formen an. Die Parteimitglieder in der FDP sind sich noch nicht mal selber einig, wie sie damit jetzt umgehen sollen und nun heißt es sogar, der Vize Möllemann habe die Diskussion um Antisemitismus inszeniert, um seiner Partei im Wahlkampf Wählerstimmen zu sichern, egal aus welcher Ecke sie kommen, ob rechts oder links, jeder ist willkommen und wird in die wahre Parteienmitte Deutschlands aufgenommen."

"Also, irgendwie finde ich das alles grotesk. Da kritisiert der Syrer Karsly die Politik Israels beim Vorgehen gegen die Palästinenser und schwups darf er nicht mehr in der FDP sein. Der Zentralrat der Juden fordert rigoros Karslys Ausschluß aus der FDP. Der Vize Möllemann geht auf die Forderung des Zentralrates der Juden nicht ein und mit seiner ablehnenden Haltung und Äußerungen macht er sich des Antisemitismus schuldig. Das Angebot zum Konsens wird seitens des Zentralrats der Juden durch Herrn Spiegel abgelehnt und so beharrt nun jeder auf seiner Position, wie zwei Kampfhähne, die in der Arena dem anderen keinen Zentimeter Sand überlassen wollen. Und das ganze gipfelt in einer Diskussionsrunde, an der sich auch ganz groß SPD/Bündnis90/Die Grünen und die CDU/CSU beteiligen und der FDP Parteidisziplin eintrichtern. Also, die Meinung des Einzelnen hat zugunsten der Meinung der Mehrheit einer Partei in den Hintergrund zu treten, mit der Maßgabe, dies öffentlich auch nicht kundzutun."

"Soll das heißen, daß hier Maulkorbzwang erlassen wird ?" fragte Gina. "So sieht`s wohl aus," antwortete Sandy: "Aber für Dich liebe Gina und mich gilt der Maulkorbzwang schon aufgrund der Landeshundeverordnung, Du mußt nicht mal den Mund aufmachen. Schließlich sind wir Hunde." lachte Sandy. "Und außerdem hat der Vorsitzende des Zentralrats der Juden, Herr Spiegel, gesagt, für die Rechte der Hundehalter gehen die Leute auf die Straße, für Juden nicht."
"Ja, ja," antwortete Gina: "Für uns Hunde gilt ja schon, wie gesagt, Maulkorb- und Leinenzwang, unsere Richtung ist klar und eindeutig, immer an der Seite des Herrn, wir haben keine Chance, abzurücken. Und das ist nicht artgerechte Haltung. Ab und zu müssen wir auch mal frei laufen dürfen. Und deshalb gehen mein Herrchen und Frauchen auf die Straße demonstrieren. Und das ist nun auch schon wieder kritikwürdig ? Mensch, wir sind ja froh, daß es überhaupt noch ein paar Leute gibt, die sich wehren, auch wenn es "nur" Hundehalter sind. Und was wird nun aus der FDP ?

"Tja, Gina, das werden wir sehen, der Wahlkampf hat gerade erst begonnen und es wird nicht das letzte sein, was wir von Maulkorb- oder Leinenzwang hören werden, egal ob Hund oder Mensch." war Sandys Antwort.

01.06.02, 10:50
Robin Hood, Ottomane Schilyham and Fischerman`s Friends

England im 11. Jahrhundert. König Richard war gefangen von den Österreichern auf seinem Kreuzzug ins Heilige Land. Stattdessen regierte nun sein Bruder, Prinz John, das anglikanische Reich mit eiserner Faust. Das gemeine Volk mußte immense Steuern aufbringen und durch das jahrelange Melken der armen Steuerkuh konnten bald nur noch die wenigsten diese Last tragen. Viele Bauern verloren ihr Habe und saßen mit Frau und Kindern auf der Straße.

So kam es, daß das Volk diesen Zustand nicht mehr ertragen konnte und viele flüchteten, da für vogelfrei erklärt, zu Robin Hood, dem legendären Kämpfer von Sherwood Forest. In den grünen Ästen der Bäume von Sherwood Forest bildeten sich die Keimzellen der Red And Fire Aktivisten, oder besser bekannt als RAF, die den Kampf gegen das ungeliebte Regime mit brachialer Gewalt aufnahmen.
Aber auch Prinz John war nicht faul und hatte seine Helfershelfer, die so manchen Red And Fire Aktivisten hops nahmen und ihn in den Tower steckten, um ihm dann den Prozeß zu machen. Ja, da hatte unser Held Robin Hood ein Problem. Wer würde denn seine Kameraden verteidigen ? Aber wie es der Zufall so will, kam ihm überraschenderweise ein Mann in Gestalt des heroischen und ebenfalls widerstandskampfbereiten, jungen Ottomane Schilyhams zu Hilfe. Dieser, von Beruf Advokat, aber keiner von der windigen Sorte der Winkeladvokaten und einfachen Wortverdreher, verteidigte Red And Fire Aktivisten, die in Stammhome ihren Prozeß entgegensahen, da der Tower nicht den Sicherheitsvorschriften für besonders schwere Jungs entsprach, und schmuggelte heimlich Nachrichten ins Gefängnis und auch wieder heraus, um den Kontakt zu den Weggefährten nicht abreißen zu lassen. Ja, ein wahrer Verwandlungskünstler im Namen des Widerstandskampfes gegen Prinz John. Und noch ein weiterer Name darf nicht unerwähnt bleiben, nämlich der des treffsichersten Steinewerfers Joseph Fischerman and friends. Joseph konnte mit seiner Steinschleuder kraftvoll und unbarmherzig jeden Stein zielsicherer schleudern, als der beste Bogenschütze von Prinz John auch nur einen Pfeil. Aber auch diese verwirrten Zeiten gingen einmal vorbei und als die Österreicher endlich einsahen, daß es besser ist, Gold in der Truhe als einen lebenden Gefangenen in der Zelle zu haben, beschlossen sie, König Richard gen England zu schicken und das ausbezahlte Lösegeld zu verjubeln.

Auf seinem Heimritt kam es nun zu einer schicksalshaften Begegnung von König Richard, Ottomane Schilyham und Joseph Fischerman. Als Robin Hood versuchte, König Richard in Sherwood Forest festzusetzen und dieser nicht wußte, wer vor ihm stand, sprang schnell Ottomane herbei und flüsterte es Robin ins Ohr. Überwältigt von der schon hoffnungslosen, aber nun endlich doch noch erfolgten Heimkehr des geliebten Königs fielen alle auf die Knie und baten im Vergebung ihrer Taten. König Richard, milde gestimmt durch den tiefen Fall der Red And Fire Aktivisten, sprach: "Ich hörte schon in Austria, von Euren Widerstandkampftaten gegen meinen Bruder Prinz John. Zu kämpfen habt Ihr Recht getan, doch Steine schleudern und illegaler Nachrichtentransfer sind schwerwiegende Missetaten, für welche ich Euch eigentlich hart bestrafen müßte. Und Stammhome wäre der Ort der Nachsicht. Aber ich sehe ein, daß Ihr alle während der Jahre meiner Abwesenheit vom rechten Pfad der Tugend abgekommen seid, denn Euch fehlte die Hand Eures Königs. Nun denn, laßt uns heimkehren und das Werk der barmherzigen Resozialisierung beginnen."

Und so kam es, daß Robin Hood das Mündel des Königs Richard, ehelichte und Lordkanzler wurde. Einige Jahre später erinnerte er sich seiner Weggefährten Ottomane Schilyham, der als Staranwalt von sich Reden machte und in der Partei der Unteren, SPD, sich politisch engagierte. Joseph Fischerman zog es in die Partei der Grünen, vermutlich weil er sich dann immer an Sherwood Forest erinnert fühlte, und auch er betrat den Pfad der Politik. Da beide nun hervorragende Referenzen und ein tadelloses Zeugnis der barmherzigen Resozialisierung König Richards vorlegen konnten, engagierte sie Robin Hood für die Dienste des Königs. Ottomane Schilyham wurde Minister für die Innere Sicherheit des Landes. Geläutert durch den jahrelangen, kräftezehrenden Kampf in den Wäldern von Sherwood Forest war es Ottomanes Bestreben, dem König und dem Reich den Frieden zu sichern und jeden Widerstand sofort im Keim zu ersticken. Sein wirksamster Trick war der Lauschangriff und nahtlose Schattenüberwachung des einzelnen. Leider blieb das auch dem Dümmsten nicht immer verborgen, z. B. wenn ein Schattenüberwacher aus dem Bett der Angetrauten fiel und der gehörnte Ehemann Wind davon bekam. Da fragte sich auch Otto Schilyham jedes Mal, wie es denn nur sein kann, daß seine bestausgebildetsten Schattenüberwacher und Lauschangreifer selbst im Dunkeln tappen, wo sie doch eigentlich andere im Dunkeln tappen lassen sollten. Aber es ist halt nicht alles Gold, was glänzt. Dafür glänzte unser Ottomane Schilyham am Hof des Königs wie ein Diamant. Seine umsichtige und diskrete Art der Problemhandhabung, egal in welcher Form, brachten ihm die zahlbare Gunst des Königs ein, ein Landhaus in Italien, eine liebevolle Ehefrau und Kinder und den neidvollen Respekt seiner Parteigenossen, denn alle fragten sich, wie kann ein Mann, der Red And Fire Aktivisten früher verteidigte und Kassiberschmuggel betrieb, zum Minister des Inneren werden ? Wie kann ein Mann solch einen Wandel durchleben vom revolutionären Untergrundkämpfer gegen die Regierung zum erzkonservativen Bürgertum ? Diese Frage beantwortet Joseph Fischerman. Er ist wohl das leuchtendste Beispiel der barmherzigen Resozalisierung durch König Richard und Wiedereingliederung in die herrschende Gesellschaft.

Denn Joseph Fischerman wurde aufgrund seines bemerkenswerten Talentes, mit vielen Worten nichts zu sagen und damit auch niemals einen diplomatischen Fehler begehen zu können, von König Richard zum Minister des Äußeren befördert. Auch dieses schwere Amt war angereichert mit einer beträchtlichen Fülle von Geld- und Sachleistungen, z. B. einer gut gepolsterten Reisekutsche und Reisebörse, denn Joseph war ständig im Ausland unterwegs. Gute Pferde, gutes Essen und gute, wohlwollende, nachbarschaftliche Beziehungen verschlangen Unmengen von zahlbaren Materialien. Aber Joseph war`s zufrieden. Er erkannte sich fast selbst nicht mehr wieder, vor Jahren noch ein Steineschleuderer und heute ein durch die Jahre charakterlich gefestigter Grüner, der Gewalt als Mittel des Kampfes ablehnt und seine Missetaten von einst tief bereut.

Und so können wir nur hoffen, daß König Richard Gerhardius noch lange regiert hat und uns seine Minister als lebendes Vorbild den tugendhaften Pfad des Lebens weisen. Aber das ist alles schon Geschichte und wer mag, kann sich von der Gegenwart selbst ein Bild machen.

26.05.02, 11:21

Euro - Teuro - Runder Tisch
oder wenn Preistreiber auf Preistreiber treffen


"Es ist mal wieder so weit, der runde Tisch für sinnlose Endlosdiskussionen der Rot-Olivgrünen Hydra mit Vertretern von Handel, Gaststätten-gewerbe und Hotelerie sowie Gewerkschaftsvertretern und Verbraucherverbänden soll unter dem militärischen Hoheitskommando der allseits weltweit kampf-bereiten, olivgrünen Verbraucherministerin Künast  aus dem Archiv geholt und das Survivaltraining im Tarnanzug im Antipreistreibereikampf gegen die Verteuerung der Lebenshaltungskosten aufgrund der unseriösen Euro-Umstellung aufgenommen werden !" stöhnte Gina.

"Fällt Dir nicht was auf, die gloriosen Vertreter von Großkapital und Wirtschaftsimperien halten sich aber ganz schön bedeckt, das muß wohl schwerwiegende Gründe haben !" bemerkte Sally hämisch. "Klar oder glaubst Du vielleicht, die reißen sich darum, dabei zu sein ? Das wird kein Zucker-schlecken. Jeder muß im Trainingsanzug antanzen und hat nur einen Proviantsack und `ne Zahnbürste dabei. Schließlich ist das Ziel dieser olivgrünen militärischen Geheimaktion das Aufspüren von schwarzen Schafen in den eigenen Preistreiberreihen. Und wer ist da prädistingierter als Rot-Olivgrün ? Schließlich hat Rot genug Erfahrung im erfolglosen Kampf gegen den eigenen Spendensumpf gemacht. Und das wird sich jetzt auszahlen. Dieselben Fehler werden nicht wiederholt, dafür gibt`s jede Menge andere, aber hinterher kann man sagen, das hat man ja vorher nicht gewußt. Das ist Diplomatie auf höchstem politischem Niveau und keiner hat Schuld ! Und was die Wirtschaftsgrößen angeht, so interessiert die der Dschungelpreiskampf einer einzelnen Ministerin, auch wenn sie für die Verbraucher in den olivgrünen Tarnanzug steigt, herzlich wenig, denn der reale, tägliche Überlebenskampf um Märkte, Preise und Verbraucher ist viel viel härter, und bitte, da verstehen die Herren ihr Geschäft perfekt, als ein kleiner Survivaltrip mit wahlkampfwirksamen Hintergrund einer Regierungspartei." bemerkte Gina süffisant.

"Aber weißt Du, wenn die Rot-Olivgrüne Hydra schon wieder im Vorfeld schreit, daß die Schuld an den Preisübertreibungen bei der unionsgeführten Vorgängerregierung zu suchen ist, dann lach ich mich halb tot, was hat das denn dann mit den Wirtschaftsgrößen zu tun ?" fragte Sally. "Mmh, Sally, Dir muß man aber alles wirklich haargenau erklären." bemerkte Gina. "Also, vor Einführung des Teuro-Euro waren sich Wirtschaft und Politik einig, daß centgenau umgerechnet werden kann, da aber die Beträge dann so krumm sind, ist das nicht gut für`s Geschäft. Also, rundet man hier ein bißchen auf, da ein bißchen ab, bis es verbraucherwerbewirksam ist. Nur, bei der Vielzahl der Produkte, geht das irgendwann mal ganz schön ins Geld, denn lieber auf- als abrunden. So einfach war die Rechnung.

Tja, und die Rot-Olivgrüne Hydra hat noch das ihrige dazu beigetragen. Der Erzengel Gabriel läßt grüßen, die Rot-Olivgrüne Hydra ist dessen Stellvertreter auf Erden. Wer hat denn die Ökosteuer auf Heiz- und Kraftstoffe eingeführt und wo sind denn die versprochenen Arbeitsplätze, die infolge dessen als Super-bollwerk im Kampf gegen die Massenarbeitslosigkeit geschaffen wurden ? Wer hat die Versicherungs- und Tabaksteuer zwecks Antiterrorismusbekämpfung erhöht, die Berufsunfähigkeitsversicherungsleistungen und Rentenansprüche einfach gekürzt, um verantwortungsvoll allen Bürgern die Chance zu geben, durch private Vorsorge und somit durch Eigenleistungen die Defizite der politischen Führung zu bezahlen ? Die Rot-Olivgrünen Hydranten vom militärischen Überfallkommando, Landwirtschaftsexperten für schonende, aber ertragreiche Melkleistungen bis auf den letzten Blutstropfen der großen Steuerkuh "Otto Normalverbraucher", die rückhaltlosen Aufklärer von Skandalspenden, deren Ergebnisse und straf-rechtlichen Konsequenzen beim eigenen Spendensumpf bis heute noch auf sich warten lassen oder ganz simpel gesagt, Einfaltspinsel, die glauben, bei der nächsten Wahl wieder ganz vorn zu sein. Wahllos rumsabbern und nichts einhalten. Und glauben, wir merken das nicht." antwortete Gina. "Außer leeren Versprechungen kommt sowieso nichts rüber und wenn erst fast 5 Monate vergehen müssen, bis unsere Rot-Olivgrüne Hydra merkt, daß die Preissteigerungen seit der Einführung des Euro so drastisch sind, daß selbst bei ihnen das Portmonnaie schmal wird, dann Gute Nacht Deutschland.

Und der aktuelle Arbeitskampf von Arbeitnehmern und Gewerkschaften für mehr Lohn hat ja wohl auch Signalwirkung gehabt, die Lohnforderungen sind schon immens und die Arbeitgeber von Wirtschaft machen ja auch Druck auf die Regierung, damit sich die Tarifabschlüsse auf niedrigem Niveau einpegeln, nur jetzt kann unsere Rot-Olivgrüne Hydra den Arbeitnehmern und Gewerkschaften nicht verklickern, daß sie zwecks Konjunkturbelebung auf Lohnforderungen verzichten sollen. Zu vollmundig waren die Aufforderungen von Medienkanzler Schröder und dem Generalsekretär der SPD Herrn Müntefering, wir stehen auf Seiten der Arbeitnehmer, wer gut arbeitet, soll auch gut verdienen, Arbeit-nehmer und Arbeitgeber sollen auf gleicher Augenhöhe verhandeln. Na, wie klingt denn das in meinen Ohren ?

"Ja, ich würde sagen, da hat einer wieder auf den Putz gehauen und nun muß ein fauler Kompromiß gefunden werden, um das Pferd wieder satteln zu können. Steuergeschenke für die Wirtschaft sind nicht mehr drin, der Staats-haushalt muß schon heute einen weiteren Sparakt von 10 Milliarden Euro für das nächste Jahr verkraften und wer soll das bezahlen ?" fragte Sally.

"Da gibt`s nur eins. Der olivgrüne Anzug muß einige braune Tarnflecken erhalten, damit sich unsere Preistreiber aus Politik und Wirtschaft unsichtbar machen können." war Gina´s Antwort. "Und wo werden die sein ?" fragte Sally. "Jedenfalls nicht nur groß am Hintern !  Wir werden sehen.
Ich sag`s ja, Dog es stinkt." schloß Gina.



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