| | Datum ^ | Meldung | | 26.09.02, 20:46 | Linke braucht Kurswechsel
Die verheerende Niederlage der PDS bei der Bundestagswahl offenbart das inhaltliche Dilemma, in dem die gesamte deutsche Linke steckt. Der Grundfehler liegt in der Definition alles Sozialen über die Lohnarbeit. Diese Definition ist nicht nur überholt, sondern menschenverachtend, weil sie Millionen Erwerbslose und prekär Beschäftigte ausgrenzt und als minderwertig einstuft. Doch deren Zahl wächst zwangsläufig mit dem Aussterben der Vollerwerbstätigkeit. Dieser Tatsache trägt der linke Diskurs bislang keine Rechnung. Man hinkt dem liberal-konservativen Märchen von der Wiederherstellung der Vollbeschäftigung hinterher. Die alte Stärke, gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklungen vorauszusehen, ist erschreckend verkümmert. Derweil verstauben die einzig sinnvollen Konzepte zur Lösung der sozialen Misere in den Schubladen. Existenzsicherung ohne Lohnarbeit können sich anscheinend die wenigsten linken Köpfe vorstellen. Doch sie ist der einzige Ausweg, will man den eigenen Untergang abwenden.
Genau der droht im Fahrwasser von Sozialdemokraten und wendehälsigen Grünen. Zuerst einmal sollte man sich mit Nachdruck klar machen, dass der Spalt, der unsere Gesellschaft durchzieht, sich tagtäglich vergrößert. Alle Versuche, ihn zu ignorieren, in dem man so tut, als könne man es allen recht machen, sind Schüsse, die im Endeffekt nach hinten losgehen. Schauen wir der soziologischen Wahrheit ins Auge: Wer auf Grund seines Einkommens, seines Besitzstandes und seines sozialen Status relativ gut gestellt ist, hat, von wenigen Ausnahmen abgesehen, kein wirkliches Interesse an einem grundsätzlichen politischen und gesellschaftlichen Wandel. Lieber zieht man sich hinter den eigenen Gartenzaun zurück auf das gewohnte Terrain, wo man im Familien- oder Bekanntenkreis gemeinsam bei Kaffee, Kuchen, Bier, Würstchen und Salat Zerstreuung sucht. Solange das alles lecker schmeckt, juckt es nicht, ob die Welt jenseits des Zauns vor die Hunde geht. Hauptsache, die bürgerliche Fassade bleibt intakt, es kommen keine Fettflecken auf die Hose und die eigenen Angelegenheiten werden sauber im Aktenordner abgeheftet.
Solidarität mit den Verlierern eines kranken und korrupten Systems? Damit sind sie in solchen Kreisen hoffnungslos überfordert. Wer reckt schon gern den Hals und schaut übern Gartenzaun, zumal der Anblick eine Zumutung ist? Jammern hört man sie trotzdem, aber nicht über existenzielle Nöte, sondern über Kinkerlitzchen. Die Gespräche kreisen zumeist um Geld, Arbeit, Familie und Krankheiten. Jemand, der erwerbslos ist oder nur wenig verdient, kann sich in einer solchen Umgebung nur fehl am Platze fühlen. Doch die Zahl der Menschen in einer derartigen Situation wächst permanent. Sie dürfte inzwischen eine zweistellige Millionenziffer erreicht haben. Hier liegt das Potenzial einer neuen sozialen Bewegung und einer Erneuerung der politischen Linken. Erschließen lässt es sich nur durch die Forderung nach existenzieller Grundsicherung, unabhängig von Lohnarbeit.
Nochmals sei betont: Lohnarbeit im herkömmlichen Sinne stirbt aus: Gewerkschaftliche und sozialdemokratische Konzepte, die sie und damit indirekt unbewusst das liebe Geld zum Maß aller Dinge erheben, haben keinen Sinn mehr. Was soll also der Schrei nach bezahlter Zwangsbeschäftigung, liebe Linke? Seid ihr nicht für Freiheit und soziale Gerechtigkeit? Wäre es nicht gerechter, wenn jede/r von vornherein sein existenzsicherndes Grundeinkommen hätte, so dass er/sie nicht gezwungen wäre, erst für den Lebensunterhalt zu schuften? Zumal dies den ganz Reichen erspart bleibt, weil sie andere für ihren Reichtum anschaffen lassen?
Genauso wenig macht das Buhlen um die Gunst der relativ privilegierten Mittelschichten Sinn. Diese teilen die verbliebenen guten Jobs mittels persönlicher Beziehungen unter ihresgleichen auf. Von daher können sie Erwerbslosigkeit nicht nachvollziehen. Euer altes Steckenpferd, die "Arbeiterklasse", existiert praktisch nicht mehr. Ihre Angehörigen haben entweder den Aufstieg in die Mittelklasse geschafft oder ihre Arbeit verloren, weil man sie nicht mehr braucht. In diesem Sinne hat die viel beschworene "Befreiung der Arbeiterklasse" längst stattgefunden. Den "Freigesetzten" ist mit noch mieserer und schlechter bezahlter Zwangsarbeit nicht geholfen. Was sie brauchen sind freiwillig gewählte, sinnvolle Tätigkeiten auf Basis einer gesicherten Existenz. Nur so läßt sich die Situation von Erwerbslosen, prekär Beschäftigten, aber auch einer Vielzahl "normaler" Angestellter verbessern.
In diesem Sinne sollte sich die Linke umorientieren und sich endlich den Problemen der benachteiligten und ausgegrenzten Teile der Bevölkerung widmen. Und sie sollte begreifen, dass sich die vertiefende Spaltung der Gesellschaft nur auf der Grundlage eines vernünftigen Grundsicherungskonzeptes überwinden lässt. Dieses wartet schon geraume Zeit darauf, aus der Schublade gekramt zu werden. Es ist an der Zeit, gegen den Strom zu schwimmen. Im Mainstream der Arbeitsreligion stehen die Überlebenschancen der politischen Linken schlecht. Der führt nur in eine Richtung: Abwärts.
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| 24.09.02, 13:01 | Na, wählen gewesen ?
Na, wählen gewesen? Auch das vermeintlich kleinere Übel angekreuzt? Trotz wachsender Übelkeit? Na Hauptsache, das Affentheater ist überstanden. Mal ernsthaft: War diese Wahl mehr als ein Riesenmedienspektakel, das einem den letzten Nerv tötete? Ging es irgendwo um Inhalte? Laut ARD-Videotext waren 4000 Journalisten mit der Berichterstattung bzw. Inszenierung des Theaters betraut.
Viele Köche verderben den Brei, könnte einem dazu einfallen. Doch der Vergleich hinkt. Der Brei war längst verdorben. Der Journaille oblag es, ihn so zu verwürzen, dass der fade Geschmack des rot-grün-gelb-schwarzen Einheitsbreis nicht auffiel. Häppchenweise wurde uns der ungenießbare Fraß in zahllosen Interviews und Talkrunden gereicht. Wir wurden solange überfüttert, bis der Griff zur berüchtigten Tüte erfolgte.
Das einzig Erfreuliche an der diesjährigen Wahl: Die erstaunlich hohe Wahlbeteiligung mit fast 80 %. Rot-grün bleibt mit hauchdünner Mehrheit dran. Die Union feierte sich trotzdem als Wahlsieger. Tatsächlich unterscheiden sich die Stimmenanteile der beiden großen Volksparteien inzwischen so stark voneinander wie ihre Inhalte, nämlich verschwindend gering. Die Grünen schnitten erstaunlich gut ab, kamen auf annährend 9 %. Nicht wegen glaubwürdiger Politik, sondern wegen der auf ihren Außenminister zugeschnittenen Zweitstimmenkampagne. Genscher läßt schön grüßen. Wie verblenderisch die mediale Ausstrahlung von Personen wirkt ! Bei der FDP zog dies nicht. Ihre Spaßkampagne ging in die Hose. Das Guidomobil landete im Straßengraben und Möllemann mit seinem Fallschirm im braunen Sumpf. Auch die PDS kam vom Wege ab. Gysi allein kann nicht alles richten. Es fehlte die eindeutige Abgrenzung zu Rot- Grün. Kleiner Tip für die Zukunft: Millionen Erwerbslose und prekär Beschäftigte brauchen ein politisches Sprachrohr. Will die PDS politisch überleben, sollte sie sich dazu machen. Das heißt: Auf Distanz gehen zum rot-grün-schwarz-gelben Einheitsbrei und den Gewerkschaften und solche unsinnigen Sprüche wie "Arbeit soll das Land regieren" unterlassen. Das Buhlen um die "neue" oder "moderne Mitte" macht keinen Sinn. Sie schrumpft genau wie der Arbeitsmarkt.
Was Sinn macht, ist das Konzept des "Existenzgeldes". Es wartet begierig darauf, hervorgekramt zu werden.
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| 09.09.02, 22:33 | Machtfaktor Mutterliebe
Die Liebe der Eltern zu ihren Kindern erfreut sich im allgemeinen Wunschdenken einer idiotischen Überwertung, die einzig vielleicht noch vom Märchen der ewigen Liebe zwischen den Geschlechtern übertroffen wird. Der fromme Wunsch, die blanke Illusion verspricht mehr als die reale zwischenmenschliche Beziehung halten kann. Hoch verehrt und laut gepriesen kommt vor allem die Mutterliebe daher. Hierin gepflegt wird das Idealbild einer Mutter, die sich fürsorglich und treuherzig für die Kinder aufopfert, damit sie keinen Mangel erleiden. Mütter wollen stets unser Bestes, soll uns glauben gemacht werden. Nicht immer ist jedoch das Beste für sie auch das Beste für uns. Wer allen mütterlichen Ratschlägen folgt, kann überall hingelangen, nur nicht unbedingt auf einen grünen Zweig. Nehmen wir als Beleg ein Beispiel der herberen Art: Ein Beitrag in der Beilage "Moderne Zeiten" des Kölner Stadtanzeigers Anfang August beleuchtet Gedanken, Empfindungen und Reaktionen dreier Mütter von palästinensischen Selbstmord-Attentätern. Die erste Mutter versucht sich über den Verlust des geliebten Sohnes hinwegzutrösten, in dem sie sich an den irrwitzigen Glauben klammert, die Opfer seines Selbstsprengkommandos seien allesamt israelische Soldaten und Geheimdienstler gewesen. In bitterer Wahrheit, der sie sich verzweifelt verweigert, riss ihr Sohn mit seiner Heldentat nur unschuldige Zivilisten mit in den Tod, darunter eine Großmutter und deren Enkelkind. Die zweite Mutter verzichtet auf derlei Selbstverblendung. Sie klagt die Al-Aksa-Brigaden offen an, ihr ihren Sohn geraubt zu haben. Sie bedauert, dass sie während der Vorbereitungsphase auf das Attentat nicht mehr mit ihm sprechen konnte, sonst hätte sie es ihm ausgeredet. Eine natürliche, vernünftige Reaktion.
Nun zu Mutter Nr.3, dem wahrhaftig schwersten Fall: Sie hat ihren Sohn systematisch mit auf das Attentat vorbereitet und war dabei, als das Abschiedsfoto, das allen Selbstmordkämpfern zusteht, geschossen wurde. Als ihr die Nachricht vom guten Gelingen der Heldentat ihres Sprößlings überbracht wird, fällt ihr eine Zentnerlast Bomben vom Herzen. Der liebe Junge hat es geschafft und ist nicht, wie sie anfänglich befürchtet, nur verwundet oder gar verhaftet worden. Das hätte Schande über die Familie gebracht. Allah sei Dank gelang die heilige Mission, an deren Ende von ihm und anderen nur Fetzen blieben. Die Mutter erlebt dadurch so etwas wie den Höhepunkt ihres grauen Mittelschicht-Daseins. Stolz und streng posiert sie mit dem Foto ihres Märtyrers vor der Kamera. Eine fleischgewordene Heiligenstatue. Endlich kann sie etwas Beeindruckendes vorweisen, etwas, das ihren gesellschaftlichen Status enorm aufwertet. Dafür durfte das "eigene Fleisch und Blut" ruhig geopfert werden.
"Nun ja", wird der konservativ-liberale deutsche Anstandsphilister meinen, "da kann man sehen, wohin religiöser Fanatismus in solch unterentwickelten Gebieten wie dem Gaza-Streifen führt. So was ist bei uns im zivilisierten Westen undenkbar!" Ach ja? Wurde nicht vor nicht allzu langer Zeit der eigene Nachwuchs mit fliegender Fahne und inbrünstigem Stolz erst für Kaiser und etwas später für Führer, Volk und Vaterland an der Front verheizt? Wenn er dann fiel, war das zwar tragisch, jedoch für nicht wenige Mütter der bürgerlichen Gesellschaftsschichten das kleinere Übel. Es hätte schlimmer kommen können: Fahnenflucht, Befehlsverweigerung, Verrat am Vaterland. Dann lieber tot, bevor das Ansehen der Familie Schaden nimmt.
Ist diese Form von Mutterliebe besser als diejenige der palästinensischen Märtyrer-Mutter? Der Nachwuchs dient als bloßes Zweckmittel, dessen Verheizung zur Befriedigung der eigenen Geltungssucht willig in Kauf genommen wird. Dieses Prinzip gilt auch heute in der hypermodernen westlichen Nachkriegsgesellschaft. Es mag nicht so offen zutage treten, wie in Palästina oder vergleichbar unterentwickelten Regionen. In seiner Konsequenz ist es kaum weniger brutal und zynisch: Im Land der Erfinder und Zerschinder von Freiheit, Demokratie und Menschenrechten, USA, gibt es Eltern, die ihren trotzköpfigen Nachwuchs in militärische Erziehungscamps, sog. "boot camps" schicken. Eine Mutter meinte gegenüber "Spiegel-TV", sie wolle, dass ihre Tochter ihr Potenzial vollkommen ausschöpfe. Also wieder einmal nur das Beste fürs liebe Kind. Fragt sich, ob nach dem harten Drill, der so weit geht, dass die Jugendlichen angehalten werden, ihre Tränen herunterzuschlucken, noch viel zum Ausschöpfen bleibt, abgesehen von leeren Köpfen und kaputten Psychen.
Zum Schluss schaut das Potenzial trübe aus der Wäsche. Macht nichts. Hauptsache, Daddy und besonders Mummy sind stolz auf ihr kleines Psychopathenbündel. In unseren Breitengraden wurden bisher noch keine "boot camps" gesichtet. Nichtsdestoweniger droht moralischer Druck bis hin zu Psychoterror allen Mittelschichtskindern, die es wagen, aus der Reihe zu tanzen und nach allem anderen als Einkommen, Karriere und Status zu streben. Allen voran setzt es Schelte von Frau Mama. Schließlich stehen zum einen Familienehre und persönliches Ansehen auf dem Spiel. Was soll sie beim obligatorischen Kaffeeklatsch vorweisen, wenn das Gespräch auf die Werdegänge des Nachwuchses kommt? Zum anderen wächst die Furcht, dass die Brut nicht flügge wird und einem auf der Tasche liegt. Auf solchem Mist gedeihen Vorschläge wie, er oder sie solle zum Arbeitsamt gehen und sich bereit erklären, jede Arbeit anzunehmen. Wie viele junge Menschen lassen sich bewusst oder unbewusst mit den Ängsten der Eltern deren Berufswünsche aufzwingen und üben später eine Tätigkeit aus, die ihnen keine Freude bereitet, führen ein Leben, das sie gar nicht führen wollen? Hauptsache Geld, Hauptsache Dazugehören?
Gerade in den angepassten Mittelschichten mit ihrer ausgeprägten Mentalität zur Wahrung des eigenen Besitzstandes neigt die Mutterliebe dazu, uns Selbstverleugnung bis hin zur Selbstzerstörung aufzuzwingen. Von klein auf bekommen wir hier die Normen und Werte einer kranken Gesellschaft gleichsam mit der Muttermilch verabreicht. Sie ist wie vergiftetes Wasser, das man trinken muss, weil man sonst verdurstet. Und so trägt man das Gift für den Rest seiner /ihrer Tage mit sich herum, wird zum Anpasser, Untertanen, Werkzeug, psychischen Wrack oder gar zum Mörder, schafft man beizeiten nicht den Ausstieg aus dem bürgerlichen Lebenslauf. Zur Freude der Machteliten, die daraus ihre Vorteile ziehen. Sie finden in der bürgerlichen Mutterliebe eine treue Dienerin, die ihren Teil zur Erhaltung ungerechter Verhältnisse weltweit beiträgt, in dem sie ihren Nachwuchs an den Kriegs- und Arbeitsfronten dieser Welt verheizen lässt. Sie hätte die Macht, diesen Wahnsinn zu beenden. Leider macht sie nur in wenigen Fällen davon Gebrauch. Selten genug werden Kinder zu selbstbewussten und selbstständig denkenden und handelnden Individuen erzogen, denen man attestieren kann, demokratisch mündig zu sein, erkennbar daran, dass sie sich von reichen und mächtigen Eliten nicht für dumm verkaufen lassen. Mütter, deren Erziehung in diese Richtung geht, hätten sich das Mutterverdienstkreuz redlich verdient. Dem Rest bleibt auf Grund seiner erzieherischen Handlangerdienste an einem kranken, maroden System, nur eines zu empfehlen: Das Müttergenesungswerk.
Mamasöhnchen
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| 08.09.02, 21:45 | Das 2. Duell von Schwarzlocke und Weißlocke
Nun traten sie wieder in den Ring - Bundeskanzler Schröder und Bayerns Ministerpräsident Stoiber. Die ARD kann es sich nicht verkneifen, einen lauen Aufguß eines Kanzlerduells auch aufzulegen. Amerikanischer Wahlkampf in Deutschland ?
Und so kam es, wie es nicht anders zu erwarten war. Ein flacher Schlagabtausch, bei dem sich Stoiber diesmal nicht erwehren konnte, parteiliche Äußerungen von SPD-Politikern gegen Schröder ins Spiel zu bringen. Was hat das mit einer sachlichen Diskussion zu tun ?
Was Wähler von einem Duell eigentlich erwarten, wäre, aktuelle Themen aufzugreifen, die Konzeptionen zur Lösung darzulegen und zu diskutieren, anstatt wie bei einer Tasse Kaffee über dies und das mal ganz kurz zu plauschen.
Der Hammer war Schröders Aussage, die Hartz-Kommission wurde ins Leben gerufen und hat ihre Arbeit aufgenommen, da "Gott sei Dank" viele Menschen in Deutschland etwas zu verlieren haben. Gott sei Dank hat Schröder auch etwas zu verlieren, nämlich sein Kanzleramt. Amen.
Stoiber als wählbare Alternative kam auch nicht rüber. Sein greises Schattenkabinett in spe wird uns als die "Klasse Kompetenz" vorgeführt. Das einzige Argument, daß Stoiber ständig ins Feld führt, ist, was bei ihm in Bayern unter seiner Ministerialregierung alles immer besser ist. Wird das nicht langsam langweilig ?
Schröder lobt seine eigenen Minister über den grünen Klee und will uns die "vorzügliche und hervorragende" Arbeit seines Kabinetts schmackhaft machen. Mal schauen, wer`s glaubt.
Beim 3. Kanzlerduell werden wohl einige Millionen Zuschauer öfter mal durch die Kanäle zappen, in der Hoffnung, beim Duell wieder dann anzukommen, wenn es gerade interessant ist.
Also, viel Spaß beim Zappen, alles andere sind alte Lappen.
Wenn wir Schröder und seine rot-olivgrünen Unterseetaucher nicht mehr haben wollen, können wir uns nur noch die schwarze Flüstertüte Stoiber überstülpen und seinem ausrangierten Seniorentreff beim Märchenerzählen von den guten alten Zeiten lauschen.
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| 21.08.02, 09:36 | Das Philisterium für Würgschaft u.Verzehr des Landes MRW (Mordrhein-Westqualen) deformiert:
Mehr Service und Sicherheit
Damit Sie sich so wohl fühlen wie Abrahams Schoßhündchen (wenn es Nachbars Pitbull begegnet)
Das neue Nahverkehrschaos in MRW (ojemine)
gnadenlos nah am Kunden (Dichter geht´s nicht mehr)
Es ist an der Zeit, dass das Nahverkehrssystem in unserem schönen MRW endlich aus der Abgaswolke kilometerlanger Autoschlangen tritt. Um dies zu gewehrleisten, sind die Verkehrsübelnehmen im Begriff, qualreiche Spinnovationen durchzuführen. Der Schwerpunkt liegt dabei schweinhäutig auf einer verwässerten Wundenfreundlichkeit. Da die finanziellen (u. auch sonstigen) Mittel der Übelnehmer beschränkt sind, springen wir vom Land MRW mit einigen Milliönchen in die Büsche. Der Teuerzahler darf sich freuen, wieder einmal tief in seine fast leere Tasche greifen zu dürfen, um ein sinnloses Projekt zu unterstützen: Unser Programm "Sicherheit und Service". Mehr Service-durch mehr Männchen
Wer kennt ihn noch, den alten Straßenbahnschaffner. Zackiger Schritt, adrette Uniform, fein gezwirbelter Kaiser-Wilhelm-Schnäuzer. Schön aufrecht und stramm saßen die Leute vor ihm, während er ihre Fahrkarte knipste und sich geduldig ihre Lebensgeschichte anhörte. Er gehört der Vergangenheit an.
Aber jetzt gibt es wieder Menschen in Bussen und Bahnen, freundliche, kompetente Sicherheits- und Servicemitarbeiter. Helden im Dunst von Recht, Ordnung, Sauberkeit und Hundenähe.
Sie begleiten-betreuen-beraten. Wenn Sie Fragen oder Probleme haben, unsere Mitarbeiter helfen Ihnen weiter. Sie müssen vielleicht dringend zu einer Sitzung? Kein Problem. Unsere Mistarbeiter begleiten Sie zur nächsten sanitären Einrichtung, betreuen Sie bei der Verrichtung des Geschäfts und beraten Sie bei der hygienischen Nachbehandlung.
Sie werden ohne gültigen Fahrschein angetroffen? Auch kein Drama. Unsere Mitarbeiter betreuen Sie bis zur nächsten Haltestelle und begleiten Sie dort zwecks Aufnahme Ihrer Personalien hinaus. Nach der Entrichtung eines höheren Entgelts sind Sie gut beraten, das nächste Mal einen Fahrschein zu ziehen. Wir wollen, dass Sie sich bei uns in sicherem Gewahrsam fühlen. Daran arbeiten wir. Tritt für Tritt.
Auch in den Stress-Bahnen gibt es immer wieder Leute, die meinen sich nicht an die (Spiel-) Regeln unserer Gesellschaft halten zu müssen. Dagegen haben wir was!
Deshalb werden Sie zukünftig abends von neuen Sicherheitsmitarbeitern begleitet (wohin auch immer). Diese sorgen unfreundlich, aber ergrimmt für einen ordnungsgemäßen Gesichtsausdruck der Fahrgäste. Bei Unregelmäßigkeiten wie z.B. subversivem Stechblick oder übertrieben fröhlichem Grinsen drohen drakonische Strafen: das Auswendiglernen der Monopoly-Spielanleitung und ein Abonnement des Manager-Magazins für die restliche Lebensdauer (Na gut, das Handelsblatt lassen wir auch noch so gerade gelten).
Wenn Not am Mann ist- Jede Fahrerin, jeder Fahrer in Bussen und Bahnen ist im Notfall für Sie da und verständigt, wenn es die Situation verordnet, per Stunk die Polizei. Z.B. wenn Sie als rustikaler Rentner, der ehrenamtlich fürs Ordnungsamt arbeitet (woran die dortigen Beamten ihre wahre Freude haben), von Bahn und Bus aus Übeltäter beim Falschparken sichten.
Damit Sie sich auch an Haltestellen so richtig hohl fühlen, bekommen diese eine neue Beleuchtung. Sie soll die langen Schatten unserer Hohlstandsgesellschaft von dort vertreiben. Sollte sich dennoch das eine oder andere soziale Randelement dort blicken lassen, wird sich das jeweilige Standortsäuberungskommando seiner annehmen. Je nach Situation kooperieren bei solch einem Kommando Verkehrsübergeben, Polizei, Bundesbenzschutz, Bahnputzgesellschaft, Tugend-, Recht und Ordnungsamt. Dieses Modell schindet bundesweite Aberkennung. Wir arbeiten daran, es in immer mehr Städten dumm zu schwätzen.
In unseren neuen Service- und Sicherheitszentralen gibt es übrigens soviel Kundendeformation und Fahrknastservice, bis Sie schreiend davonlaufen.
Und wenn Sie die Schnauze immer noch nicht voll haben?!! Dann haben wir für Ihre Beschwerden zwei offene Ohren- auf Durchzug geschaltet (selbstverständlich fahrplanmäßig).
Mehr Arbeitsgeschwätze- durch mehr Service und Sicherheit Von unserem Programm "Sicherheit und Service" profitieren nicht nur Sie als Kunde, sondern auch der Arbeitsmarkt. In den vergangenen Jahren sind auch beim öffentlichen Barverzehr zigtausend Stellen abgebaut worden (die Unternehmen und wir konnten nicht anders... den Hals vollkriegen).
Doch nun läuten wir die große Wende ein. Wir werden im Sehrfies- und Sicherheitsbereich (hinter der Absperrung) sowie bei der Beratung in den runden Centern (wo sich Kunden und Mitarbeiter so wundervoll im Kreise drehen) neue Stellen schaffen und zwar gleich dutzendweise (Ja, es sind mehr als Sie an den zehn Fingern Ihrer beiden Hände abzählen können). Angesichts der Massen- arbeitslosigkeit fast soviel wie der berühmte Tropfen auf dem heißen Stein! Wir schaffen Arbeitshetze! Auch für Sie! Wir sorgen durch unser Chaos dafür, dass Sie garantiert zu spät zur Arbeit kommen. Und damit Sie und Ihr Chef so richtig auf ihre Kosten kommen, lassen wir demnächst in allen öffentlichen Verkehrmitteln Broschüren mit den neuesten Ausreden für Unpünktlichkeit am Arbeitsplatz verteilen. Wir wollen, dass Sie stets gut deformiert sind!
Impressum
Herausnehmer und verantwortlich für den Inhalt: Philisterium für Würgschaft und Verzehr MRW Prost-Mahlzeit-Allee Bier, 007 Duseldorf
Konzeption, Text und Missgestaltung: Nonsens & Ziegenbart
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| 20.08.02, 19:58 | Schröder`s Wahlplakat
"Hallo Gina", begrüßte mich Sandy: "Na, jetzt geht`s aber richtig los in Deutschland, wahlkampfmäßig meine ich." "Mann, wovon sprichst Du eigentlich ?" fragte Gina: "Bis jetzt ist noch nicht viel passiert." "Schröder wirbt auf seinem Wahlplakat - Deutschland modernisieren heißt für mich auch, die soziale Gerechtigkeit zu erhalten und auszubauen." klärte Sandy Gina auf. "Hi,hi, hi, daß ich nicht lache. Weiß der überhaupt, was soziale Gerechtigkeit ist ? Der Genosse der Bosse ? Der mit dem Hartzschen Konzept wieder mal die Arbeitslosenzahlen senken will und den kleinen an den Geldlederbeutel geht ? Der es bis heute nicht geschafft hat, dafür zu sorgen, daß die Großkapitalisten endlich Steuern zahlen ? Der, unter dem Bund, Länder und Kommunen pleite sind ? Ne, auf seinem Weg aus dem Volk auf den Kanzlerthron hat der nicht mehr wie alles vergessen. Ein Sozialdemokrat und Kanzler, der die Taschen des Großkapitals mit reichhaltigen Steuergeschenken füllte und den Mittelstand und die kleinen Betriebe mit Steuern belegte." lachte Gina: "Und der jetzt kurz vor der Wahl die Arbeitslosigkeit richten will, das hätte er schon vor 4 Jahren tun können, nur da war er noch zu beschäftigt mit der medienwirksamen Darstellung seiner eigenen Person. Lafontaine hätte für etwas mehr soziale Gerechtigkeit gesorgt. Das habe ich Lafontaine auch geglaubt, aber Schröder ? Nein, danke." "Gina, Du hast wirklich keinen Durchblick, er hat doch auch einiges Gutes zustande gebracht." rügte Sandy. "Was ?" fragte Gina. "Ja, auf Anhieb fällt mir nichts ein, aber es gibt bestimmt was." versicherte Sandy. "Ja, mir fällt gleich auf Anhieb eine Menge ein, Ökosteuer, Erhöhung Tabak- und Versicherungssteuer zur Terrorismusbekämpfung, Kriegseinsatz in Afghanistan, Bonusmeilenaffäre, Spendenskandal der SPD, Schilys Lauschangriff, Künastsche Bioskandale, Höhnsche Landeshundeverordnung, Pisa-Studie, Trittinscher Atomkonsens, Scharpings Poolaffäre und und und. Nicht zu vergessen, das Kinderbuch der Kanzlergattin zur Erklärung "Was macht ein Bundeskanzler ? Weißt Du Sandy, das wäre wohl eher was für Erwachsene. Schröder und seine Regierungskumpane haben eigentlich den Wählern vieles zu erklären und Rechenschaft abzulegen. Ist das bis heute geschehen ? Nein. Wenn Du dem Kanzler ein Mail schickst oder einen Brief, bekommst Du keine Antwort, genauso wenig wie von anderen Politikern. Anstatt sie in den Dialog gehen mit den Bürgern, die schließlich den ganzen Unsinn ausbaden müssen, treiben sie sich lieber in den Wolken herum und jetten auf Kosten des Steuerzahlers um die ganze Welt. Ist das nicht herrlich ? Ich sag`s ja, Dog es stinkt.
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| 16.08.02, 20:52 | Ein Leben auf drei Pfoten - dank ZERGportal
A R O N C A - Ein Leben auf drei Pfoten von B. Steuer
Noch im letzten Jahr ging ich auf vier Pfoten durchs Leben. Doch dann hatte ich einen Autounfall und ich musste zum Tierarzt. Mein Herrchen ließ meine Wunden, die sehr schmerzten aber nicht weiterbehandeln, sondern brachte mich zu seiner Familie, die mich dann für viele lange Tage und Nächte im Badezimmer einsperrten. Ich durfte auch nicht mehr auf die Straße um dort mein Geschäft zu verrichten und zu schnuppern, wer schon alles hier war. Es waren drei lange Monate, die ich so verbrachte. Doch eines Abends nahte die Rettung! Drei engagierte Frauen unterhielten sich lange mit Herrchen und es war manchmal ganz schön laut. Dann nahmen sie mich mit und brachten mich wieder zu einem Tierarzt. Mein rechtes Vorderbein tat fürchterlich weh und alles lecken nutzte nichts mehr. Dann schlief ich eine ganze Weile. Als ich dann endlich wach wurde, war mir mächtig schwindelig! Trotz alledem hatte ich das Gefühl, mir ginge es besser. Ich entschloss mich noch ein bisschen zu schlafen. Als ich dann wach wurde – es war ein Gefühl – einfach wunderbar!!! Keine Schmerzen mehr und irgendwie kann ich auch jetzt besser laufen – Hey Klasse!
Ich hatte zwar jetzt nur noch drei Beine, aber das störte mich überhaupt nicht – ganz im Gegenteil – alles ging viel besser – vor allem ohne Schmerzen. Ein paar Tage musste ich noch hier bleiben, bis ich in eine Pflegestelle kam, wo ich keine Treppen laufen brauchte. Mit meiner großen Narbe wäre das sicher nicht gut gewesen. Dann kamen eines Nachmittags zwei Frauen, die mich aus der Tierklinik abholten – die eine davon kannte ich schon – sie war an dem besagten Abend auch dabei gewesen. Das einzige was mich störte, war der riesige Kragen, aber den musste ich jetzt eine Weile tragen, damit ich nicht an meiner Wunde rumschlecke. Na gut- wenn`s denn hilft. Dann ging`s raus an die frische Luft – war das Klasse! Endlich wieder laufen können – schnuppern – ach ja, ein Foto haben sie auch noch von mir gemacht. Wofür auch immer – Hauptsache keine Schmerzen mehr. Dann sprang ich in ein Auto und ab ging die Post. Mal schauen wo die Reise hingeht. Die andere Frau die mit dabei war, nahm mich mit zu sich nach Hause und als erstes zog sie mir den lästigen Kragen aus: Endlich konnte ich wieder alles sehen und auch wieder richtig hören. Erst einmal alles anschauen: Ich lief von einem Zimmer ins nächste und die Frau immer hinterher und da war auch noch ein Mann. Der war ganz schön groß und ein bisschen Angst hatte ich schon, denn es war ja alles neu für mich. Doch beide waren sehr lieb zu mir: Sie sprachen mit mir und sie streichelten mich. Das hat sehr gut getan. Und dann gab`s endlich was zu fressen – Hm – war das lecker – und dann schlafen! Die Frau hatte mir ein T-Shirt übergezogen, damit ich nicht an die Wunde ging – viel besser als der große Kragen !
Abends ging dann der große Mann mit mir spazieren. Erst mal schnuppern, was es hier alles für Hunde gibt! Wir gingen einen Feldweg rauf und dann in den Wald. Ab und zu musste ich eine Pause machen, weil ich noch viel zu dick und auch noch ein bisschen schlapp von der Operation war, aber das wird schon. Im Wald roch es unheimlich gut und wir haben auch ein paar Eichhörnchen gesehen – die waren aber schneller als ich – schade! Dann gingen wir wieder nach Hause und ich legte mich auf meine Decke. Ein Platz ganz für mich allein. Dann schlief ich zufrieden ein. Am nächsten Morgen ging erst die Frau weg – na ja, dann schlaf ich noch ein bisschen – und dann auch der Mann. Nach einer Weile kam die Frau wieder, streichelte mich und nannte meinen Namen: «ARONCA» – so heiße ich. Sie setzte sich zu mir, zupfte an meinem T-Shirt rum und erzählte mir irgendwas. Ich verstand zwar nichts, aber ihre Stimme klang ruhig und freundlich – also konnte es nur etwas schönes gewesen sein. Das streicheln genoss ich ganz besonders. Sie streichelte mich am ganzen Körper: Am Bauch, am Rücken und an meiner Narbe. Ich schlief wieder ein.
Durch ein klimperndes Geräusch wurde ich wach – war da was? Oh ja, wir gehen spazieren! Erst das T-Shirt aus und dann raus an die frische Luft! Laufen kann ja so schön sein – auch auf drei Beinen. Immer wieder machte ich eine Pause, aber es machte unheimlich viel Spaß in den Wiesen und Wäldern rumzulaufen. Und dann war da ein sehr freundlicher großer Hund: TAMMY, eine Bernersennen-Hündin. Ich unterhielt mich einen Moment mit ihr und dann gingen wir wieder nach Hause. Jetzt war ich ein bisschen müde und wollte wieder schlafen, doch erst gab`s was zu futtern: Hmm – das roch schon so gut – mal schauen, was das Gutes ist.
Alles aufgefressen – mit vollem Bauch schläft es sich auch viel besser. Die Frau rannte durch die Wohnung und hatte dies und das zu erledigen und immer wieder streichelte sie mich zwischendurch. Es war ein schönes Gefühl, nicht allein zu sein. Dann kam der große Mann wieder: Er hatte eine große dunkle Tasche in der Hand und die musste ich erst einmal untersuchen. Nichts für mich drin – na gut, dann nicht. Trotzdem begrüßte ich ihn freudig, denn irgendwie hatte ich das Gefühl, dass er auch hier hin gehört. Er streichelte mich und sprach mit mir. Dann setzten sich beide in den Garten. Der ist ganz schön groß und besteht im Moment aus lauter Löchern – ne ne – dass war ich nicht, dass war der große Mann. Er legte so komische lange Stangen in den Garten und machte dann die Löcher wieder zu. Überall durfte ich dabei sein, außer Abends wenn die beiden in dem einen Zimmer verschwanden. Da durfte ich nicht rein. Sie hatten mir eine Decke vor die Türe gelegt, streichelten mich und gingen dann auch schlafen. Wo die wohl hin sind? Ich machte leise die Türe auf und da lagen die beiden im Bett und schliefen. Gott sei Dank – sie waren noch da – dann kann ich ja jetzt auch schlafen. Es verging eine Weile, da nahm mich die Frau eines Nachmittags an die Leine und wir fuhren zum Tierarzt. Ich hatte wieder dieses komische Gefühl im Bauch und alles fing sich an zu drehen. Irgendwie war mir kotzübel. Und genau das habe ich dann auch gemacht: Ich habe mich im Auto übergeben. Die Frau war aber gar nicht böse: „Ist nicht schlimm, kleine Maus, dass machen wir wieder weg.“ Dann gingen wir zum Tierarzt rein, der sehr nett war: Auch er streichelte mich und sprach mit mir. Dann hat er mich zweimal mit irgendwas gepiekst: Einmal habe ich einen Mikrochip unter die Haut bekommen und dann noch eine Impfung gegen Tollwut und so. Der Mikrochip ist dafür da, dass wenn ich mal laufen gehe, mein Herrchen und Frauchen mich auch wieder bekommen. Finde ich eine gute Idee! Aber habe ich überhaupt ein richtiges Herrchen und Frauchen? Bin ich da wo ich jetzt bin wirklich Zuhause oder nur zu Besuch? Ich beschloss ab jetzt besonders lieb zu sein. Ganz besonders zu dem großen Mann. Der war zwar lieb zu mir, aber irgendwie hatte ich das Gefühl, dass er mich nur duldete. Als er Nachmittags nach Hause kam, begrüßte ich ihn besonders freundlich, durchstöberte seine dunkle Tasche und freute mich, dass er wieder da war. Er schmuste mit mir und ich bekam sogar ein Leckerchen von ihm. Scheint zu funktionieren – also weiter so. Abends beim Fernsehschauen quetschte ich mich zwischen Sofa und Tisch und legte ihm meinen Kopf in den Schoß. Wieder streichelte er mich. Es ist ein schönes Gefühl, geliebt zu werden.
Die Frau hatte den ganzen Tag Zeit für mich. Sie bürstete mich und erzählte mir Geschichten. Ich genoss die Streicheleinheiten und saugte sie auf wie ein großer Schwamm. Ich glaube, ihr Herz habe ich schon erobert. Sie sagt immer zu mir: "Keine Angst kleine Maus, du bleibst bei uns." Ich schaute sie mit meinen Rehbraunen Augen an und war wieder mal besonders lieb. Abends ging ich dann wieder mit dem großen Mann spazieren und er sagte zu mir: "Mein Schatz – du bleibst bei uns!" Ich hatte es geschafft! Endlich habe ich ein richtiges Zuhause!
Ein Herrchen und ein Frauchen für mich ganz alleine. Ich – ARONCA – eine zwei Jahre junge Irish Setter Hündin mit drei Beinen. Ein schönes Gefühl! Meine Wunde heilte auch langsam ab, so dass ich das T-Shirt nicht mehr brauchte. Ich ging viel mit Herrchen und Frauchen spazieren und so klappte das mit dem laufen auch langsam immer besser. Frauchen hat extra ein Futter gekauft, damit ich etwas abnehme. Dann krieg ich auch immer noch kleine Leckerlies: Äpfel und Möhren. Das ist gesund – sagt sie immer. Das einzige was ich nicht mag, ist Autofahren und dieses komische donnernde Geräusch: Gewitter nennen Herrchen und Frauchen das. Dann renn ich immer zur Haustür und will sie aufmachen. Das kann ich übrigens sehr gut. Deshalb ist die Haustüre auch immer abgeschlossen.
Manchmal meckert Frauchen auch mit mir. Immer wenn wir spazieren gehen, kommt sie nicht mit. Dann sagt sie immer wieder :“Langsam, Aronca! Nicht so schnell – ich komm doch nicht mit. Dabei hat sie doch schon eine 6,50 m lange Leine und trotzdem ist sie jedes Mal völlig fertig nach unserer Runde. Na ja, ich bin nun mal eben ein Jagdhund und laufe für mein Leben gern – vor allem im Wald. Da bin ich wie verwandelt, sagt Frauchen. Der ganze Körper ist dann von der Nase bis zur Schwanzspitze angespannt – wie es sich eben für einen richtigen Jagdhund gehört. Manchmal treffen wir auch andere Leute beim spazieren gehen. Einige von denen waren sogar der Meinung, man sollte so was wie mich einschläfern. Sind die doof! Mein Frauchen hat dann einfach nur gesagt: „So was wie Sie sollte man einschläfern, wenn sie mal einen schlimmen Unfall hätten und ein Bein oder einen Arm verlieren würden.“ Frauchen war dann jedes Mal richtig sauer. Mittlerweile weiß ich, dass mein Herrchen und mein Frauchen immer für mich da sind, auch wenn einige Menschen das nicht verstehen. Sie sagen, ich wäre ein Krüppel. So`n Quatsch ! Nur weil ich nur drei Beine hab`. Die können ja gerne mal mit uns`ne Runde drehen. Woll`n wir doch mal sehen, wer da der Krüppel ist ! Die anderen – und zwar im Kopf !!! Was ich sehr gemein finde ist, dass ich wegen dem fehlenden Bein in keine Hundeschule darf. Die wollen mich da nicht – ich sei kein Hund! Was bin ich denn? Kein Krüppel, dass weiß ich ganz genau – ich bin Prinzessin Aronca – sagt Frauchen. Dann gehe ich eben nicht dahin. Frauchen und Herrchen können mir auch alles beibringen, was wichtig für mich ist. Sitz – Platz – Fuß – Komm ! Sitz mache ich mittlerweile schon sehr gut. Dann gibt es meistens ein Stück Apfel. Mit Platz hab`ich noch etwas Probleme. Aber auch das kriegen wir hin. Da ich mittlerweile schon recht gut höre, darf ich sogar schon ohne Leine laufen. Dann kommt Frauchen erst recht nicht mehr mit. Jetzt hat sie auch noch wegen mir mit dem Joggen angefangen. So macht das laufen sogar noch mehr Spaß und das Gute dabei ist, dass ich auch richtig gut abnehme. Als ich bei Herrchen und Frauchen ankam wog ich genau 34,8 kg. Viel zu schwer für meine Rasse. Heute, nach fast 4 Monaten, wiege ich nur noch 28,6 kg. Aber ein bisschen muß ich noch abnehmen um mein Idealgewicht von 25 kg zu erreichen. Aber wir machen das schon.
Es ist wirklich schön eine Familie zu haben, die für einen da ist. Auch wenn man nicht immer lieb ist. Am Sonntag hatten Herrchen und Frauchen sich eine leckere Käse-Sahne-Torte geholt und saßen gemütlich im Garten bei Kaffee und Kuchen. Ich lag in der Küche und dachte mir: „Den musst du doch auch mal probieren. Frauchen hatte den Kuchen zwar schon ganz nach hinten geschoben damit ich nicht in Versuchung komme, aber was ein richtiger Hund ist, für den ist auch das kein Problem. Rauf mit der Pfote auf die Arbeitsplatte und weg mit dem Kuchen. Hmm – war der lecker! Die halbe Torte hab`ich aufgeschleckt und dann bin ich nach Herrchen und Frauchen in den Garten. Ich hätte mir besser die Schnute abwischen sollen, dann hätten die Beiden nichts gemerkt. So stürmten sie in die Küche und fingen lauthals an zu lachen. Gott sei Dank! Sogar diesen kleinen Streich haben sie mir verziehen.
Ich hätte nicht gedacht, dass ich doch noch ein soooo schönes Zuhause finde. Mit Menschen die für mich da sind. Die zu mir stehen, wenn andere böse Sachen über mich sagen und die immer Zeit für mich haben. Die mich bürsten, mich streicheln und einfach nur lieb sind.
All die schlechten Erinnerungen der vergangenen Zeit schwinden langsam aus meinem kleinen Kopf und lassen mich hoffen, dass auch viele andere Tiere ein soooo gutes Zuhause finden wie ich. Mit Liebe und mit der nötigen Konsequenz bringen sie mir bei, was ich darf und was nicht. Auch das gehört zu meinem Leben, denn schließlich sind die Menschen wo ich jetzt lebe mein neues Rudel und sie sind der Boss. Ich fühle mich hier wie "Prinzessin Aronca" und wünsche mir, dass es noch viele schöne Jahre werden – mit meinem Rudel !
Eine glückliche Hundedame
Vielleicht schaut Ihr auch mal bei einem Freund «Don Quichotte» vorbei der sucht leider noch !!
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Die Redaktion DogInstinkt hat diesen Beitrag veröffentlicht, weil es ein wirklich außergewöhnliches Beispiel von gelebtem Tierschutz ist. Aronca hätte mit Sicherheit nicht so schnell ein so gutes Zuhause gefunden, wenn es nicht Menschen gäbe, die sich so aufopferungsvoll und mit ganzem Herzen engagieren. Sie machen um ihr Engagement nicht viel Aufhebens und agieren im stillen. Keine Boulevardpresse interessiert sich für sie.
Und deshalb sagt die Redaktion DogInstinkt danke allen Menschen, die sich für Tierschutz einsetzen. Auch ganz besonders Herrn Jürgen Hille vom ZERGportal. Denn er ist derjenige, der für alle Hundefreunde ZERGportal aufgebaut hat, eine Plattform schuf für alle, die sich informieren wollen, Hilfe brauchen oder Notfälle wie Aronca publik machen. Hoffentlich werden es immer mehr Menschen, die tatsächlich handeln und nicht nur reden.
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Alle Hohlblöcke sind aufgerufen, ihre überflüssige, längst ausser Betrieb genommene, zweite Gehirnhälfte zur Organspende freizugeben
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| 13.08.02, 15:48 | Da war doch noch was?
Psst! Streng geheim! Betriebsinterne Mitteilung (Bitte zwischen den Zeilen entnehmen u. per Mund zu Mund- Propaganda weiterleiten!) Achtung! Achtung! Hier bricht der Chef persönlich:
Liebe Untergebene!
Eure Arbeitsmoral ist schlichtweg zum Übergeben. Die Bilanz unseres Unternehmens nimmt sich im Vergleich zur Konkurrenz bescheiden aus. Die haben ihre Gewinne verdreifacht, wir nur verdoppelt. Seht euch die Bäuche und Hälse ihrer Führungsspitzen an. Sie sind runder bzw. voller als die der Unsrigen. Mit anderen Worten: Wir hinken oder besser: kugeln hinterher. Dieser Zustand ist nicht hinnehmbar! Es muss sich etwas ändern. Ansonsten sehen wir uns (durch unser Profitstreben) genötigt, dieses Werk nach Polen zu verlegen. Dort sind die Bedingungen für uns weitaus günstiger. Die Arbeitnehmer verhalten sich gegenüber ihren Arbeitgebern viel entgegenkommender u. rücksichtsvoller. Die lieben ihre Chefs und bereichern sich nicht so maßlos auf deren Kosten, wie das hierzulande der Fall ist. Das nennt man vorbildliches Sozialverhalten! An denen könnt ihr euch ein Beispiel nehmen!
Überhaupt sind in Polen die Sozialkosten nicht so erdrückend wie hier. Dasselbe gilt für die Steuerbelastung. Wo es nur ein einziges großes Schlupfloch gibt, kann man sich den Steuerberater sparen. Polen bedeutet: Vorteile, so weit das (geldgierige) Auge reicht! Aber keine Panik! Noch sind eure Arbeitsplätze nicht verloren. Oder besser gesagt: Noch hat Polen sie nicht gestohlen. Wir sind uns durchaus unserer sozialen Verantwortung bewusst. Wir geben euch eine letzte faire Chance, dass das Werk hier bleibt. Einzige Bedingung: Ihr arbeitet doppelt so lange und kassiert halb soviel Lohn wie zuvor. Prämien werden abgeschafft. Dafür wird die Hälfte von euch freigesetzt. Na, ist das ein Angebot?
Das ewige Anspruchsdenken muss ein Ende haben. Wir aus der Chefetage gehen mit gutem Beispiel voran. Wir schnallen den Gürtel nicht enger, wir lassen ihn gleich ganz weg: Unsere sämtlichen Sekretärinnen werden demnächst durch Praktikantinnen ersetzt. Die sind nicht nur billiger, sondern auch williger und können uns genauso gut die Stange halten. Die Praxis hat gezeigt: Nicht vollmundige Worte zählen, dafür vollmundige Taten!
Küsschen Eure Cheflein
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| 11.08.02, 18:33 | Pizza Regina
"Ho ho, Gina !" rief Sandy: "Du leckst Dir die Schnauze, als ob Du ein Steak verdrückt hättest. Waren Deine Oberhoheiten heute so spendabel ?" "Mmh, mehr als das, wir waren beim Italiener. Ich sag Dir, Herrchens Rumpsteak war wirklich zart, es fiel ein kleines Stückchen runter. Nach dieser Köstlichkeit habe ich kulinarisch vor mich hingeträumt." schwärmte Gina. "Ja, davon kann ich wirklich nur träumen." erwiderte Sally: "Und was hatte Dein Frauchen ?" fragte Sally. "Pizza Regina. Frauchen war der Meinung, sie hat eine Pizza mit Salami und Schinken, doch das Teil war nur mit Gemüse belegt. Frauchen suchte eine Weile, fragte den Kellner und stellte fest, daß sie nicht richtig gelesen hat. So ergeht es ihr oft." erwiderte Gina: "Und dann war da noch die Story mit ihrer Kollegin." "Welche Story ?" fragte Sally neugierig. "Paß auf, meinem Frauchen kommt ihre Kollegin entgegen, in der einen Hand eine Tasse, die sie mit der anderen trockenreibt. Frauchen bleibt stehen und sieht sie auf sich zukommen. Verwundert fragt sie ihre Kollegin, wo sie war. Ihre Kollegin antwortet: "Ich war auf der Toilette !" Frauchen guckte verwundert und meinte: "So genau wollt ich`s gar nicht wissen." Dann schauen sich beide an und fangen an zu lachen, ihre Kollegin reibt immer noch die Tasse trocken. Eine dritte kommt hinzu und fragt, worüber sie lachen. Ihre Kollegin antwortet: "Ich war auf Toilette und dann habe ich meine Tasse gespült !" Und die dritte fängt auch an zu lachen und meint: "Aber die Spülung funktioniert." "Ja, ja" meint die tassentrocknende Kollegin: "Der Wasserhahn in der Küche auch." Es war wohl wirklich unheimlich lustig. So entstehen Mißverständnisse." schmunzelte Gina. "Na, die Großen dieser Welt halten sich zur Zeit ja zurück." meinte Sally. "Es ist Sommer, laß uns doch ein bißchen lachen, politikmüde sind wir schon lange. Es wird nicht lange dauern und es erwarten uns neue Überraschungen. Dann haben wir wieder genug Arbeit." meinte Gina: "Also genießt die Ferien."
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