| | Datum ^ | Meldung | | 13.11.02, 21:48 | Allemannia`s Kir Royal (Realsatire)
Allemannia oder Germania oder Deutschlandia im 11. Jahrhundert. "Der König ist tot, es lebe der König !", so jubelte das gemeine Volk am 22. September, als der rote Prinz Gerhardius mit Hilfe seiner grünen Bruderschaft den Thron bestieg, um als "Bettelkönig" zu regieren.
Was war nur geschehen ? Die Schatzkammer des Reiches war leer. Das Volk lag wie ein verwelktes Blatt Laub am Boden und konnte sich nur noch wie ein elender Wurm kriechend fortbewegen. Der Bildungsgrad des Volkes tendierte gleich gen Null, so das Ergebnis der Pisa-Studie unter dem damals wohl am weitest denkenden Pestilenzius. Ja, die jahrelang bewußt geförderte Verdummung und Vernachlässigung der Schulbildung zur Kleinhaltung des Volkes ließ sich nicht mehr verleugnen. Handwerker, Kirchenmänner, selbst sogar Oppositionelle wie die sozial-radikalen Christlich-Demokratischen Unabhängigen fuhren König Gerhardius über`s Maul und warfen ihm politische Führungsunfähigkeit vor und unrechtmäßige Aneignung des Thrones. Auch wirtschaftlich waren Allemanias Großkotz-Zeiten vorbei. Nichts mehr in der Welt zu melden. Das schmerzt. Allemania war eigentlich gesellschaftlich und wirtschaftlich bankrott. Selbst die Mülltonne schien nichts mehr für arme Schweine hergeben zu wollen und sie satt zu machen.
Nein, als Bettelkönig wollte Gerhardius nicht regieren. Je dunkler die Nacht, umso heller erstrahlt der Stern. Die Gelehrtesten und Befähigtesten seines Landes sollten ihn und Allemania aus der Dunkelheit führen. So kam es, daß der hochgeschätzte Hans Hesse Eichelspartanius, ein Jude im Bankgeschäft, an den Hof des Königs in Berlin geladen wurde. Auch Ulla Rund und Gesund und Wolfgehang Clementar eilten herbei, um dem König in der Stunde der nationalen Absturzgefahr beizustehen.
Als alle im Thronsaal versammelt waren, begann Gerhardius zu sprechen: "Nun, meine Freunde, ich danke Euch für Euer Kommen. Es ist schön zu sehen, wie man sich auf alte Freunde verlassen kann. Euer Nachteil soll`s nicht sein. Für jeden gibt es einen Posten als Minister. Und nun laßt mich Eure Vorschläge hören. Eichelspartanius, beginnt !" Mit einem galanten Handzeig auf Eichelspartanius erlaubte der König, ihm zu sprechen.
"Gerhardius", wollte Eichelspartanius seine Rede beginnen, als er von König Gerhardius scharf zurecht gewiesen wurde: "Teurer Freund, wenn Ihr mit mir sprecht, so sei Euch die Anrede Kir Royal gestattet, ich bin der König. Hat man Euch keine Etikette beigebracht ? Oder pflegt man sich in Euren Bankerkreisen zu duzen, um die abzuhaltenden Schweinereien als persönliche Sache zu deklarieren ? Verdutzt und mit einem tiefen Hofknicks begann Eichelspartanius seine Vorschläge zu unterbreiten: "Kir Royal, ich habe mir da etwas ausgedacht. Ich glaube, daß meine Ministerkollegen dem neuen Geldbeschaffungssystem für die Kassen des Reiches zustimmen werden. Ich nenne es Beitrags- und Steuererhebung. Für alles, was dem Wohle des gemeinen Volkes dienen kann, muß es zahlen. Z. B. gäbe es da die Arbeitslosen-, Renten-, Krankenversicherung. Ist bestimmt nicht zu viel verlangt, wenn bißchen zwangsweise Geld in die Kassen fließt."
"Oh ja", mit weit aufgerissenen Augen und offenem Mund hingen Ulla Rund und Gesund und Wolfgehang Clementar an seinen Lippen. "Wenn ich Euch recht verstehe, mein lieber Eichelspartanius, so werden die Beitrags- und Steuerzahlungen gesetzlich festgelegt und in die Höhe getrieben, je nachdem wie es die Kassenlage des Reiches erforderlich macht ! Und keiner darf murren ?" fragte Clementar nach. "Ja", antwortete Eichelspartanius: "Das Beste aber ist, daß man mit der Kohle machen kann, was man will. Bei den dummen Dumpfbacken wird keiner auf die Idee kommen, zu fragen, was damit passiert. Und um es ganz perfekt zu machen, werden wir die Arbeitslosigkeit einführen, ein Ersatzheer an arbeitswilligen Zirkustieren, die wir als Druckmittel auf die ansetzen werden, denen unser Beitrags- und Steuersystem ein Dorn im Auge sei. Wer nicht fleißig abgibt, wird abgegeben und zwar in der Reichsanstalt für Arbeit und Ausbeute. Dann gibt`s Zwangsdienst."
Ulla Rund und Gesund gab durch Kopfnicken zu verstehen, daß sie vollkommen einverstanden war: "Jawohl, Erhöhung des Beitrages zur Krankenversicherung und Streichung der Leistungen. Erstellen einer Positivliste - billige Arzneimittel für das gemeine Volk und hohe Zuzahlungen. Einfach genial. Wenn ich es geschickt genug anstelle, kann ich bestimmt noch ein bißchen mit den Kräuternweibern die Arzneikarten mischen und es fällt noch ein Bonus für mich ab. Schließlich wollen die Kräuterweiber ihr Gemisch verkaufen und wenn`s mir nicht paßt, schicke ich sie ins Feuer. Wegen Zauberei. Du kleiner Eichelspartanius kannst einem aber auch Angst machen, denn so ganz ohne Zahlenmagie kommst Du nicht aus !" wisperte Ulla Rund und Gesund leise und verdrehte dabei verschwörerisch die Augen.
Wolfgehang Clementar, der heimliche Favorit und Super-Minister König Gerhardius, schaute zwar noch etwas skeptisch, doch selbst bei ihm ging die Birne im Hirn auf und es ward der Kronleuchter im Schädel zum Erstrahlen gebracht. "Eichelspartanius, das ist schon fast revolutionär, was Du da vorschlägst, Einführung eines Arbeitslosenheeres zur erpresserischen Ausbeute des gemeinen Volkes. Dafür wirst Du irgendwann einmal in der Hölle schmoren. Doch auch Arbeitslose werden nicht die Schmarotzer in unserem Reich sein, sondern gnadenlos in den Zwangsdienst eingegliedert. Seht Euch mal das Hartz-Konzept an. König Gerhardius gab mir dieses Papier als Zeichen seines Wohlwollens und Vertrauens in meine Person. So sei es doch, Kir Royal ?" versicherte sich Clementar.
Und König Gerhardius "Kir Royal" neigte seinen Kopf in Clementars Richtung und schaute ihn direkt verzückt in die Augen. Ja, der "Kir Royal" war milde gestimmt. Die Gnade Gottes schien über seinem Haupt einen Glorienschein zu entfachen und selbst Gott schien herabgestiegen zu sein, um ihm zu huldigen. Im Angesicht dieser erhabenen Situation vergaß Kir Royal auch nicht die Kirchen zu segnen und das seinige zu tun, um ihnen ein Auskommen für die nächsten tausend Jahre zu sichern. Sein gelobtes Versprechen, vertraglich festgeschrieben durch Konklomerate für die Diener des Herrn zu sorgen, lebt bis heute fort.
"Setzt um, was Ihr mir vorgeschlagen !" rief König Gerhardius: "Entgegen aller Vernunft und jedweden Verstandes. Mein Schwert ist das Eure. Wer es wagt, sich Euch in den Weg zu stellen, stellt sich mir in den Weg. Ich werde jeden aus dem grünen Weg räumen und sollten dabei Köpfe rollen. Zum Wohle meines Volkes, zum Wohle von Allemannia, Germania und Deutschlandia. Mein Werk wird die Jahrhunderte überdauern."
Wie recht König Gerhardius "Kir Royal" damit hatte, sehen wir bedauerlicherweise heute im Jahre des Herrn anno 2002.
Doch auch für uns wird irgend wann einmal Licht am Ende Tunnels sein, nämlich dann, wenn unsere Gesellschaft sich ihrer sozialen Verantwortung bewußt ist und aktiv für ein "Existenzgeld" einsetzt. Das 11. Jahrhundert ist fern, doch 2003 ganz nah.
Der Geschichtsschreiber
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| 11.11.02, 09:15 | Grundrechte erfordern Grundeinkommen
"Alle Deutschen haben das Recht, Beruf, Arbeitsplatz und Ausbildungsstätte frei zu wählen." Art.12, Abs.1,GG
"Zwangsarbeit ist nur bei einer gerichtlich angeordneten Freiheitsentziehung zulässig." Art.12, Abs.3,GG
Willkommen im großen Arbeitslager Deutschland ! Oder glaubt noch jemand, dass die Mehrheit der Erwerbstätigen hierzulande das, was sie tut, freiwillig tut und nicht, weil sie sonst kein Geld bekommt ? Freiwillig gezwungen ist auch gezwungen. Das mögen diejenigen, die so etwas wie ihren Traumjob gefunden haben und davon leben können, anders sehen. Doch sind sie sich bewusst, dass sie einer aussterbende, museumsreifen Art angehören ? Die meisten begnügen sich bei der Berufswahl mit der zweit-, der dritt-, der viertbesten Lösung, so sie überhaupt etwas finden. Die Kompromisse werden von Job zu Job fauler. Die Löhne tendieren Richtung Null-Lösung. Arbeit für Geld um des Geldes willen, weil ich es brauche und nicht anders bekomme, das ist Zwangsarbeit, somit ein klarer Verstoß gegen das Grundrecht auf freie Berufswahl. Nicht von ungefähr sieht man den Menschen auf der Straße die Unlust und Unzufriedenheit bei der täglichen Pflichterfüllung an. Angst, Druck und Stress hinterlassen ihre Spuren in den Gesichtern. Wie passt das zusammen mit den hehren Ansprüchen einer Gesellschaft, die sich auf dem Papier bescheinigt, von Grund auf freiheitlich-demokratisch zu sein ? Gemessen an diesen Ansprüchen sollte Arbeit keine Pflicht, kein Zwang, sondern ein frei gebräuchliches Recht sein. Das funktioniert nur über die Entkoppelung von Arbeit und Lebensunterhalt, also auf Basis eines Existenzgeldes. Erst so werde ich in die Lage versetzt, mir in Ruhe eine sinnvolle Beschäftigung auszusuchen, anstatt mich mit der nächstbesten Geldverdienstmöglichkeit abspeisen zu lassen.
Arbeitszwang spottet nicht nur dem Grundrecht auf freie Berufswahl. Er tastet die Würde des Menschen an, er fördert Ungleichheit, weil ihm ausreichend Vermögende nicht ausgesetzt sind und er macht in höchstem Maße unfrei. Er ist in keinster Weise grundrechtskompatibel. Ohne Befreiung vom Arbeitszwang sind die Grundrechte nicht das Papier wert, auf dem sie gedruckt stehen. Somit machen sie die Einführung eines Grundeinkommens zwingend erforderlich. Die ewige Angst, ihren Arbeitsplatz zu verlieren, macht die Beschäftigten erpressbar. Sie nehmen Lohnverzicht, schlechte Arbeitsbedingungen und Tätigkeiten, die ihnen nicht liegen, in Kauf. Eine Gesellschaft, die sich frei und offen schimpft, deren Ideologen (ach so verlogen) keine Gelegenheit auslassen, uns großartige Vorträge über Freiheit zu halten, sollte erhaben sein über derart faschistoid anmutende Zwangsmechanismen. Sie ist es nicht und das zeigt ihr großes Manko, ihre Unreife.
Demokratisches Bewusstsein erfreut sich keiner großen Verbreitung. Es reicht nicht, dass man auf dem Wahlzettel regelmäßig sein Kreuzchen macht. Die Grundrechte sollten im Alltagsleben spürbar sein und keinen Platz lassen für autoritäres, ausgrenzendes, rechtes Gedankengut. Solange letzteres den Ton angibt, gelangt Demokratie nicht über das Dasein eines Papiertigers hinaus. Vor allem hinsichtlich des Begriffes der Arbeit. Eine vernünftige auseinandersetzung mit ihm, wie sie einer demokratisch mündigen Gesellschaft würdig wäre, hat bislang nicht stattgefunden. Was ist Arbeit, was soll sie sein, wem dient sie? Die öffentliche Diskussion weicht diesen Fragen beharrlich aus. Sie bleibt der einseitigen, religiösen Verherrlichung der Zwangsarbeit verhaftet. Anstatt die Menschen über das Ende der Lohnarbeit aufzuklären, bedient man die puritanische Arbeitsmoral, die in Form von Zwangsneurosen und Wahnvorstellungen ihr Unwesen in den Köpfen treibt.
"Ich muss arbeiten, denn sonst bin ich nichts wert", lautet das puritanische Glaubensbekenntnis. Vor ihm wird jeder als "faul" gebrandmarkt, der nicht den Eindruck erweckt, sich bei der täglichen Pflichterfüllung genügend aufzureiben. Darunter fallen bereits die, denen die Arbeit leicht fällt, weil sie ihnen Spaß macht, sie dementsprechend entspannt und unverbraucht wirken. Der Arbeitsethos ist nicht nur unsinnig, er ist menschenverachtend. Er gehört durchbrochen, damit endlich ein Wertewandel hin zu den auf dem Papier verbürgten Rechten stattfinden kann. Und das bewerkstelligt sich nur durch ein existenziell sicherndes Grundeinkommen für alle. Somit ist ein Existenzgeld nicht nur ein sinnvolles Zukunftsmodell, sondern eine demokratische Notwendigkeit. Sowohl subjektiv (was die Vorstellungen in den Köpfen betrifft), als auch objektiv (was die tatsächlichen Verhältnisse, insbesondere die Arbeitswelt, angeht). Fällt jemandem eine bessere, vernünftigere Lösung für das soziale Dilemma ein? Die herrschende Arbeitsreligion führt uns jedenfalls nicht ins gelobte Land. Es sei denn, dort regierten Elend und Unvernunft.
G. Ründlich
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| 02.11.02, 22:45 | Die Krücke des Gesundheitsministeriums
Ulla Schmidt, Bundesgesundheitsministerin, hat sich nun endlich durchgerungen, dem Antrag auf Sparen der gesetzlichen Frau Krankenversicherung zu entsprechen. Es wurde nun aber wirklich mal Zeit.
Die gesetzliche Frau Krankenversicherung weiß gar nicht mehr, wie sie ihr Dasein bei all den Kosten, die ihre Mitglieder durch zweifelhafte (Schein)Krankheiten, teure Medikamente, unsinnige Kururlaubsaufenthalte, wissenschaftlich nicht fundierte Behandlungsmethoden - denn schließlich soll es ja auch im Gesundheitswesen "ökologisch" zugehen, etc. bestreiten soll. Ja, ja, zwar zahlen ja die Mitglieder einen kleinen Obolus zu ihrem Unterhalt dazu, aber davon wird das Kraut auch nicht fett. Und die Pharmaindustrie kann nicht mehr ungehindert ihre Profite maximieren, wenn noch weniger Geld für gedrehte und ungedrehte Pillen, wirksam oder nicht, ausgegeben wird.
Um tatsächlich radikal gesetzliche Frau Krankenversicherung zu kurieren, wird auf die Kostenbremse getreten. Bundesgesundheitsministerin Schmidt macht erste Gehversuche ohne Krücken. Der Rollstuhl steht aber schon bereit, falls sie umkippen sollte. Doch das ist wohl kaum zu erwarten. Schließlich trifft die Kostenbremse die Mitglieder der gesetzlichen Frau Krankenversicherung. Widerstand sinn- und zwecklos. An die Pharmaindustrie traut sich Frau Schmidt erst gar nicht ran. Schon Vorgänger wie Bundesgesundheitsministerin Fischer oder Bundesgesundheitsminister Seehofer konnten weder die Lobby der Ärzteschaft noch der Pharmaindustrie in die Knie zwingen.
So streicht Frau Schmidt munter das Sterbegeld auf die Hälfte zusammen. Richtig so, wozu brauchen Tote noch Geld ? Die Hinterbliebenen werden ja wohl noch ihrem Verstorbenen einen Sarg bezahlen können. Wer das nicht will, möge eine Sterbeversicherung abschließen. Der Markt dafür ist mehr als reif.
Krücken, Rollstühle und Prothesen können sich die Mitglieder der gesetzlichen Frau Krankenversicherung nicht mehr selbst aussuchen. Ist ja auch wirklich die Höhe. Da bestellt sich jeder einfach die Luxusausführung, obwohl`s eine billige auch tut. Schließlich kommt es nicht auf Ästhetik oder Funktionalität an, sondern darauf, daß man überhaupt einen Ersatz hat. Warum wollen denn die Mitglieder eine Prothese, die täuschend echt dem fehlenden Glied nachempfunden ist, wenn ein Stück Blech mit Motor denselben Zweck erfüllt ? Oder einen motorbetriebenen Rollstuhl ? Tut`s die Muskelkraft nicht auch ? Sonst rennt doch auch jeder Ochse ins Fitness-Studio und trainiert sich Muskeln an. Wenn`s damit nicht klappt, gibt`s Anabolika. Wohlgemerkt, bezahlt aus eigener Tasche. Na, sind unsere Sportsdopingkanonen nicht gutes Vorbild ?
Beitragskorrektur, sprich ein horrender Obolus nach oben von ca. 15 % sind für die gesetzliche Frau Krankenversicherung im Gespräch. Jawohl, endlich werden mal diese Krankheitsschmarotzer, Blaumacher und ewigen sozialen Auffangträumer von Beitragszahlern ordentlich zur Kasse gebeten. Endlich werden die auch mal merken, wie weh das tut, wenn man immer nur einzahlt und einzahlt und einzahlt und am Ende nichts weiter herauskommt, als eine Grund(?)gesundheitsversorgung für drittklassige Hinterwäldler.
Also, sparen wir uns die Mühe, darüber nachzudenken, warum wieder bei Einkommensschwachen der Finanzhebel angesetzt wird. Frau Schmidt ist eh der Meinung, ihr Sparpaket ist sozial gerecht. Besser, wir erlauben ihr, noch jetzt tief in die gesetzliche Krankenversicherungskasse zu greifen und sich auf unsere Kosten einen Audi- oder BMW-Rollstuhl zuzulegen, damit sie wenigstens ein flinkes Fahrzeug hat, wenn sie vor der Lobby der Ärzteschaft und Pharmaindustrie die Flucht ergreifen muß. Schließlich will sie nicht wie die Positiv-/Negativliste für Arzneimittel durch den Schredder gejagt werden.
Der Gesundheitsexperte
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| 27.10.02, 20:25 | Die Mutter aller Quellen
Schaut man in die Zeitung, hört man Radio oder lauscht man den Gesprächen unserer neuen und alten Regierungsklique, so ist schnell klar, daß es nur eines noch in Zukunft geben kann - Sparen. Aber wo und an wem ?
Wo sind unsere Quellen des Geldes, der Macht ? Tja, wenn wir auf Öl säßen wie die arabischen Scheichs, hätten wir nie wieder Geldsorgen. Da das aber nun mal nicht so ist, können wir uns getrost eine andere Quelle suchen.
Und, glaub`s Gott, die sitzt gerade vor unserer Nase. Nämlich die gute alte Mutter Kirche.
Warum ? Weil in Deutschland mit der katholischen und der evangelisch-lutherischen Kirche auf Landesebenen Verträge abgeschlossen wurden, Konkordate genannt, die der Mutter Kirche ein einträgliches Steuer- und Gott erhalt`s-Zubrot auf Kosten der Steuerzahler garantiert. So zahlt z. B. das Land Mecklenburg-Vorpommern gemäß abgeschlossenem Kirchenvertrag von 1994 13 Millionen DM oder ca. 7,5 Millionen Euro jährlich Gesamtzuschuß für Kirchenleitungen, Pfarrbesoldungen und Pfarrerversorgung. Nicht genug damit, daß wir die Seelsorge und -sorger aus öffentlichen Mitteln bestreiten, die Frage ist einfach simpel, der größte Teil der deutschen Bevölkerung ist konfessionslos, also religionslos, warum müssen wir dafür in die Tasche greifen als Steuerzahler ? Als Otto Normalverbraucher hat jeder seine Krankenkasse, die bei seelischen Defiziten gern die Couch bei Dr. Psychiater bezahlt. Wozu also ein Pfarrer ?
Na, da wir`s ja nun wirklich nicht haben, schmeißen wir das Geld für Personal in kirchlichen Einrichtungen auch noch hinterher. 80 % der Personal- oder Lohnkosten in kirchlichen Kindergärten, Altenheimen, Krankenhäusern etc. übernimmt der Bund. Die Kirche die restlichen 20 % und dennoch werden viele Kräfte unter Tarif bezahlt, denn sie sind keine Angestellten des öffentlichen Dienstes, sondern Kirchenangestellte. Wo solche Sauereien blühen, ist die Wiese der Untugend nicht weit. Das schärfste an der ganzen Sache aber ist, daß keine Mitarbeiter in kirchlichen Einrichtungen beschäftigt werden, die nicht konfessionell gebunden sind. Eine glatte Diskriminierung aller konfessionslosen Bewerber, die qualitativ genauso geeignet wären, denn sie haben niemals die Chance in einer kirchlichen Einrichtung eine Anstellung zu finden. Ist wahrscheinlich auch besser so.
Das Sahnehäubchen der Unverfrorenheit des Staates ist es aber, von Arbeitslosen und Arbeitslosenhilfeempfängern Kirchensteuer zu erheben und sich als Steuereintreiber der Kirche mißbrauchen zu lassen, obwohl diese nicht konfessionell gebunden sind und zu dieser Zwangsabgabe einfach verurteilt werden, ohne sich wehren zu können. Hier wäre dringendster Handlungsbedarf der Regierung gefordert. Doch was macht sie ? Ungerechtigkeiten gegenüber sozial Benachteiligten den Weg ebnen und auch noch vertraglich absegnen.
Wo`s Geld zu holen gibt, bleibt die Gerechtigkeit vor der heiligen Pforte. Oder wie will die Kirche erklären, daß ein Ehepartner, konfessionslos, der andere konfessionell gebunden, doch Geringverdiener, abhängig vom Einkommen der Konfessionslose zur Kasse gebeten wird ? Auch mit dem Segen von Vater Staat.
Ebenfalls zahlen die die deutschen Steuerzahler für die Restauration und Denkmalpflege kirchlicher Gebäude (Kirchen, Friedhöfe etc.). Wir sind wirklich ein Volk, das sich einiges leisten kann, oder ?
Nun, wenn Vater Staat für seine Mutter Kirche schon so unterhaltspflichtig ist, dann wollen wir Bürger doch wenigstens uns am wirtschaftlichen Geschick und Gewinn unserer guten Mutter laben. Und somit wäre es wohl mehr als eine wohlwollende Geste, denn mehr Recht und Pflicht unserer guten Mutter Kirche endlich ihre jahrzehntelang nicht gezahlten Steuern auf erwirtschaftete Gewinne, im Jahr gute rund 8 Milliarden DM oder 4 Milliarden Euro, und auch Grundstückssteuer und Vermögenssteuer auf ihre in Deutschland bestehenden mobilen und unmobilen Eigentümer zu zahlen und sich nicht hinter dem Mantel einer Körperschaft des öffentlichen Rechts zu verstecken. Auch von Schenkungs- oder Erbschaftssteuern ist die Kirche befreit. Was wird da wohl für ein Sümmchen zusammenkommen ? Um eindrucksvoll das Geschriebene zu untermauern - das Vermögen der katholischen Kirche und evangelischen Kirche zusammen wird auf ca. 400 Milliarden Euro geschätzt, die Zuschüsse des Bundes betragen jährlich ca. 500 Millionen Euro für beide. Schlägt man jetzt noch die von den Ländern erpresserisch abgewürgten Zahlungsverpflichtungen obendrauf, so ist schnell klar, daß dem Steuerzahler der ganze, wissenschaftlich noch nicht einmal fundierte, religiöse Wahnsinn im Jahr gut und gern 20 Milliarden Euro kostet.
Ist die enge, freiwillig vertragliche Verflechtung von Staat und Kirche und damit die Selbstverpflichtung des Staates gegenüber der Kirche zulässig ? Kann es konform sein, daß die Kirche einen Staat im Staat bildet und nach ihren eigenen Gesetzen lebt, aber Geld von den Bürgern einer Demokratie erhält ? Verstößt es nicht gegen das Gleichheitsprinzip ?
Es sind nur einige Gedanken. Der Einfluß und die Macht der Kirche auf Staat und Gesellschaft sind nicht leicht begreiflich zu machen und auch nicht leicht greifbar. Aber eines ist sicher. Die Kirche ist ein unentgeltlicher Nutznießer (Schmarotzer ?) unserer erwirtschafteten Steuern.
Kann das in Zukunft immer noch so sein ? Wenn jemals eine Diskussion zu diesem Thema in der Öffentlichkeit vom Zaun gebrochen wird, können wir sehr schnell erkennen, wozu eine Regierung taugt. Also dann, hoffentlich geht`s bald los .
Der besorgte Kirchenkritiker
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| 26.10.02, 15:26 | Gleichheit, Freiheit, Brüderlichkeit ?
Kennen Sie das Märchen von dem armen Schneider, der einen Frack geschenkt bekommt und dadurch Vorteile erlangt ?
Nun, in Deutschland bedarf es weniger eines Frackes, als eines guten Namens, z. B. Boris Becker, ehemaliger Wimbledon-Sieger und Vorzeige-Idol des deutschen Tennissportes.
Wie uns das aktuelle Beispiel der alten und nicht neuen Steuerflucht des(r) großen Tennis- (und auch anderer) Steuerhinterzieherer(s) von Boris Becker zeigt.
Für Kasperle-Theater sind wir vielleicht schon ein bißchen zu alt, doch unterhaltsam war es allemal, was uns da das Gericht in München vorspielte. Ein armer, zerknirschter, schuldbewußter Angeklagter auf der einen Seite und ein gnadenloser Staatsanwalt, der für den "lieben" und ehemals "medienwirksamen" Boris doch glatt 5 Jahre "Knast" forderte, auf der anderen Seite. Zum Ausgleich für den harten Staatsanwalt gab`s dann die milde Richterin, die stolz Becker zu 2 Jahren Haft auf Bewährung verurteilte und zur Zahlung von 300.000 € Geldstrafe für die Steuerhinterziehung und 200.000 € als Gedächtnisstütze für künftige Steuerhinterziehung an eine karitative Einrichtung. Hoffentlich nicht kirchlich.
Selbstverständlich überweist Bobbele auch 3 Millionen € ans Finanzamt. 1,74 Millionen Steuerschuld, der Rest als vorbeugende Sicherheitsgabe und Liquiditätsnachweis für künftig fällige Steuern.
Wie kann es zu so einem Urteil kommen ? Nun, der Verteidiger argumentierte: "Für eine zu hohe Bestrafung hat die Öffentlichkeit kein Verständnis."
Wer ist die Öffentlichkeit und warum kann sie kein Verständnis haben ? Oder ist es eher das Verständnis der Schimmelschicht, der Richter, Staatsanwälte, Verteidiger, Werbesponsoren, Presse ? Warum hat der Staatsanwalt nicht auch die Manager und Berater von Boris Becker auf die Anklagebank geholt ? Die eigentlichen Drahtzieher, die das Aushängeschild "Boris Becker" verkauften. Er hat das getan, was ihm seine Vermarkter rieten. Und die kannten und kennen sehr wohl die Konsequenzen ihres Handelns. Doch an sie traut sich keiner ran. Da läßt man lieber das Sportidol, dessen Karriere vorbei ist, in den sauren Apfel beißen. Die fast gleiche haarsträubende Abenteuerreise mit solch kriminellen Machenschaften und Elementen hat auch Steffi Graf bereits hinter sich.
Wann verhelfen Staatsdiener endlich Recht und Gesetz zu seiner wahren Geltung ? Wann hören sie auf, Kasperle-Theater zu spielen und dem Bürger etwas vorzugaukeln ?
Gleichheit, Freiheit, Brüderlichkeit ? Kann es das in Deutschland geben ?
Der Gerichtsreporter für har(ä)te Fälle
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| 22.10.02, 20:44 | Ich -AG- Kleinstkapital von Steuerzahlers Gnaden
Eigentlich ist die Hartz-Idee mit der Ich-AG gar nicht so übel für die, die es betrifft. Vorausgesetzt, man überträgt das Vorbild der großen Aktiengesellschaften 1:1.
Was das bedeutet? Nun, der Steuersatz von 10 % für das kleine Ego-Unternehmen gilt nur nominell auf dem Papier. Jedes Kind weiß inzwischen, dass Aktiengesellschaften nicht nur so gut wie keine Steuern zahlen, sondern nicht selten nach Steuern wesentlich besser dastehen, als vor Steuern. Da können sich rote Zahlen nachträglich in schwarze verwandeln. Allem Gejammer über die schlechte Wirtschaftslage zum Trotz. Vater Staat hilft seinen AG's kräftig mit Subventionen auf die Sprünge. Nicht umsonst trifft man seine Vertreter in ihren Aufsichtsorganen. Warum soll er nicht dafür sorgen, dass die kleinen Ich-AG's bei allem, was sie tun und lassen ebenso dick im Plus stehen?
Gleiches Recht für alle AG's! Schluss mit dem Quatsch vom freien Wettbewerb! Der gilt auf großkapitaler Ebene schon lange nicht mehr, also, was soll sich das kleine Ich damit bzw. mit anderen darin herumschlagen?
Die steuerbegünstigte, staatlich subventionierte und damit existenziell gesicherte, kleinstkapitale Wirtschaftsexistenz bietet sich als Zukunftsmodell an. Das einzige, worauf die kleine Ich-AG achten sollte, ist, vor Steuern rote Zahlen zu schreiben, also mehr auszugeben, als sie einnimmt, was ihr mit ihrem nicht so üppigen Einkommen nicht unbedingt schwerfallen dürfte. Jeder Kaffee, jeder Kuchen, jedes Brötchen und jeder Fliegendreck wird erbarmungslos steuerlich abgeschrieben. Das Motto lautet: "Außer Spesen nix gewesen, doch daran gut genesen." Da wir aber zwischendrin auch immer ein paar Finanzspritzer gebrauchen können, sollten wir die eine oder andere Subvention willkommen heißen. Die darf uns Vater Staat zusätzlich zum Ausgleich unserer Konsumentenschulden oben drauflegen.
Wie wir ihn dazu bringen? Wir drohen ihm einfach regelmäßig, uns selbst wegen konjunktureller oder struktureller Probleme zu entlassen. Das zieht auch bei den Großen. Mit dem Geld, was uns überbleibt, tätigen wir die eine oder andere Auslandreise. Natürlich nicht, um Urlaub zu machen, sondern um unserer geschäftlichen Tätigkeit, also Arbeit als Konsument und Nachfragebeleber nachzugehen. Selbstredend lassen wir unsere Auslandsinvestionen in Sonne, Strand, Meer, Hotelsuite (5 Sterne), Speis und Trank nicht nur als Spesen später absetzen, sondern durch Hermes- Bürgschaften absichern. Falls uns das Essen nicht schmeckt, eins von den zehn Bierchen in der Strandkneipe verdorben ist oder sonst irgendwelche Magen- und Darminhalte vozeitig zum Hinter- bzw. zurück zum Vorderausgang drängen, darf Vater Staat direkt für dieses Verlustgeschäft geradestehen. Besser versorgt geht es kaum. Die neidischen Blicke des Beamtentums dürften den Ich- AG-lern sicher sein.
Millionen Angestellte der freien Wirtschaft begehen Fahnenflucht an der Arbeitsfront und machen sich als staatlich abgesicherte Kleinstkapitalisten mit unbändigem Ehrgeiz und Verluststreben selbstständig. Die Gründungsoffensive nimmt anders als geplant, aber umso unaufhaltsamer ihren Lauf. Und Vater Staat bleibt nichts anderes übrig, als die Steuern endlich von denen einzuholen, die er Jahre und Jahrzehnte geschont hat: Reiche, Konzerne, Banken und alle, die Hartz als "Profis der Nation" betrachtet (Abgeordnete, Juristen, Journalisten, Wissenschaftler, Geistliche usw.). Sie fungieren dann als AG's im Sinne von Acker-Gesellschaften. Ja, liebe Profis, ab sofort heißt es ackern statt gackern.
Und endlich findet die heißersehnte und längst überfällige Umverteilung von oben nach unten statt. Natürlich kann man das Ganze auch wesentlich unaufwendiger und unbürokratischer haben. Einfach ein Existenzgeld oder Bürgergehalt für alle einführen. Denkt mal darüber nach, ihr "Profis"! Auch wenn's schwerfällt, weil ihr dafür nicht bezahlt werdet!
EGO-Unternehmensberatung
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| 15.10.02, 20:55 | Existenzgeld contra Beamtenstatus
Der Gedanke eines Existenzgeldes für alle schmeckt dem rundumversorgten Beamtentum nicht. Wenn die Existenz eines jeden von vornherein unabhängig von Arbeitseinkommen gesichert ist, verliert es seine Privilegien und die Möglichkeit, andere, vor allem sozial Schwache, zu reglementieren.
Es ist schizophren: Den meisten Beamten scheint ein Leben ohne Arbeitszwang, das ihnen ein Existenzgeld genau wie jedem anderen Menschen garantierte, weniger erstrebenswert, als die Erhaltung des eigenen Status und der damit verbundenen Möglichkeit, Macht und Druck auf schlechter Gestellte auszuüben. Wo zwanghafte Vorstellungen herrschen, scheint ein Leben ohne Zwang überhaupt unvorstellbar. Besonders, wenn die Vorstellungskraft nicht über den eigene Schreibtisch hinausreicht.
Dann hat man einen Blick für Zustände, aber nicht für Entwicklungen und sieht in der Zukunft nicht mehr als die Wiederholung der Vergangenheit: Es war so, es wird immer so sein und wehe, es hält sich nicht daran.
Eines sollten die sehr geehrten Damen und Herren Staatsdiener nicht außer Acht lassen: Sie repräsentieren nur eine Minderheit der Bevölkerung. Als solche haben sie sich in einer Demokratie dem Willen der Mehrheit zu beugen. Auf den Tag, wo diese Vorgabe auf dem Papier endlich in die Tat umgesetzt wird, warten wir bis heute. Eine wirkliche Demokratisierung der Verhältnisse ist nur auf Basis der Einführung eines gesicherten Grundeinkommens für alle möglich. Erst dann herrscht im Ansatz so etwas wie gleiches Recht für alle.
Wann sieht das Beamtentum ein, dass es und die aus ihm hervorgehende Politikerkaste die Umsetzung demokratischer Prinzipien blockieren, weil sie stets nur das Wohl privilegierter Minderheiten im Blick haben?
Grundrechte-Kommitee
Weitere Informatinonen zum Existenzgeld finden Sie bei:
Katholische Sozialakademie Österreichs
Bundesarbeitsgemeinschaft der Sozialhilfeinitiativen
und bei Doginstinkt auf der Titelseite und unter Tierische News vom 02.07.02.
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| 11.10.02, 16:13 | Grußwort des Bundeskanzlers (Realsatire)
An die größten Arbeitgeber und Arbeitnehmer Deutschlands - Bürgerinnen und Bürger !
Wie kann ich Euch begrüßen ? Mit einem fröhlichen "Gruezi an Edmund nach Bayern" ? Ja, der Edmund hat sich zu früh gefreut. Wer weiß, wer da das falsche Kreuz gemacht hat. Jedenfalls bin ich der alte und der neue Bundeskanzler.
Ich weiß, welch schweres Amt auf mir lastet. Und glaubt mir, den Fehler, gleich zu Anfang meiner Regierungszeit wieder den Mund voll zu nehmen, werde ich nicht mehr tun. Schließlich will ich nicht wieder hinterher mit meiner eigenen Dummheit konfrontiert werden.
Ha, ihr Arbeitgeber und Arbeitnehmer habt mich in den letzten 4 Jahren ganz schön in die Mangel genommen und tatsächlich geglaubt, ihr könnt mich und meine Regierung so einfach abwählen. Ich habe Euch gewarnt, das lasse ich mir nicht gefallen. Seht Ihr und nun habe ich doch gewonnen ! Zwar knapp, aber immerhin.
Nichts ist mehr mit der ruhigen Hand. Ab heute weht ein neuer Wind in Deutschland. Ich werde für mehr soziale Gerechtigkeit sorgen und jedem das abknöpfen, was dazu notwendig ist. Und fangt nicht gleich wieder an zu murren, wenn die Steuererhöhungen kommen. Schließlich sind wir eine Solidargemeinschaft. Da muß jeder seinen Beitrag leisten, wer wenig hat, mit mehr, wer viel hat, mit wenig. Ist das nicht gerecht ?
Besonderen Wert lege ich auf die innere Sicherheit. Mein Innenminister Schily hat wunderbare Vorschläge für mehr Transparenz im Personalausweis. Das neueste sind die weitere Aufnahme von genetischen Merkmalen. Im Klartext, wenn Euch jemand dieses amtliche Dokument klaut, kann er nichts damit anfangen. Er wird sofort von unseren Sicherheitsbeamten dingfest gemacht. Na, ist das was ?
Mein Lieblingskind, die Hartz-Vorschläge, werde ich auch durchpeitschen. Ja, ja, ich höre schon wieder das Geschreie. Billigjobs versauen das Lohnniveau und können die Arbeitslosigkeit auch nicht wirksam bekämpfen. Habt Ihr vielleicht `ne bessere Idee ? Jeder soll endlich wieder in Lohn und Brot stehen und seine Steuern bezahlen. So geht das nun wirklich nicht mehr weiter. Millionen von Arbeitslose, die nicht beschäftigt werden. Schluß damit, schließlich brauche ich Geld für den Haushalt. Und von irgendetwas muß auch meine Regierung leben. Was die Diäetenerhöhung für mich und meine Beamten betrifft, so ist das schon längst beschlossene Sache. Die Bekanntgabe darüber werde ich selbstverständlich aus Rücksicht auf die derzeitige wirtschaftliche Situation auf später verschieben. Es werden mit Sicherheit nur Peanuts sein, so vielleicht 4 oder 5 % plus plus plus ....
Außerdem möchte ich gar nicht so öffentlich darüber reden, schließlich hat auch ein Regierender eine Privatsphäre. Ich frage Euch ja auch nicht, was Ihr in der Lohntüte habt. Nur danach, was ich Euch abnehme.
Nur ein kleiner Auszug aus dem kreativen Maßnahmenkatalog meiner neuen Rot-Olivgrünen Regierung. Auf die nächsten 4 Jahre.
Ich grüße Euch und wünsche uns eine weitere, gemeinsame, (un)angenehme Regierungsperiode.
Euer Kanzler Genosse Gerhard Schröder
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| 05.10.02, 16:35 | Kurzgeschichte
Sie waren unterwegs zur Erde und hatten eine Mission.
Drei Wesen vom Planeten Epsilon acht im Sternbild des Alpha Centauri. Nicht grün, wie allgemein angenommen und auch nicht klein, eher dem Menschen ähnlich im Angesicht, nur ein wenig blasser. Was aber wohl daran lag, dass sie Sonnenbäder mieden wegen des Ozonlochs... Vor vielen Jahren ihrer Zeitrechnung, als sie noch schliefen, aßen oder sich anderen unwichtigen Tätigkeiten hingaben, benötigten sie ES noch. Aber jetzt wusste keiner mehr davon und vor allem, damit etwas anzufangen.
Und so kam es, dass einer aus dem kollektiven Bewusstsein der regierenden Ebene die glänzende Idee hatte, der Erde mitsamt ihren Bewohnern ES als Geschenk oder besser gesagt, als eine Art Vermächtnis zu überbringen. Und jetzt waren sie dahin unterwegs, wieder nach langer, langer Zeit....
Ursprünglich sollten sie bei Washington landen, wie es im Reiseführer stand - da landen alle Ufo's gern, um das weiße Haus zu sehen, vor allem ob's noch steht, wegen "Independance Day" und so - aber dieses Mal war alles anders. Die Ladung zu schwer, ES verrutschte, der Gravitationsantrieb setzte aus und sie waren in Europa gelandet, Schweden, Älmhult 1948. Sie öffneten die Luke und das erste, das ihnen entgegenglotzte, war ein alter hungriger Elch, der angetan von den grünen Anzügen ihnen fortan nicht mehr von der Seite wich.
Und in den Garten der ersten menschlichen Unterkunft, die sich bald fand, wurde lautlos die seltsame Fracht entladen. Es war Sommer und der Regen blieb aus.
So hinterließen sie also einen Elch und einen Zettel, auf dem zu lesen war: I. K. E. A. H. - E.G.! (Ihr könnt ES alle haben - Eure Götter!) Der Elch, ebenfalls angetan von dem für ihn fremdartigen Geruch des außerirdischen Papiers, fraß leider einen Teil der Botschaft.
Und so blieb: Die Ladung: futuristisch anmutende, wegen großen Platzbedarfs leider zerlegte Möbel, so wie ES sie auf der Erde bisher nicht gab und eine fehlerhaft übersetzte Bedienungsanleitung. Der unfreiwillige Empfänger: Ingvar Kamprad (späterer Gründer von IKEA) Die Nachricht oder besser, was davon übrig blieb: I.K.E.A.
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| 29.09.02, 11:53 | Haben Lügen kurze Beine ?
In jedem Fall haben sie lange Arme. Und zwar um so länger, je weiter von oben sie kommen. Als Herrschaftsinstrument der Mächtigen und Besitzenden sind sie seit jeher begehrt und bewährt. Es beginnt damit, daß den Menschen jenseitiger Lohn für diesseitige Mühsal versprochen wird: "Wenn du brav bist und alles tust, was wir von dir verlangen, winkt dir das Himmelreich." Nun ja, wer’s glaubt.
Es geht damit weiter, daß Politikerinnen und sonstige "Verantwortliche" in der Öffentlichkeit zumeist das Gegenteil von dem behaupten, was sie wirklich denken und beabsichtigen. Im Zeitalter der Massenmedien lügt man bevorzugt "wie gedruckt". Was hier angeblich "aufklären" und "informieren" soll, betreibt in Wahrheit jede Menge Meinungsmache bzw. Augenwischerei. Die Vorreiterrolle spielen dabei Schmutzblätter, die nicht einmal den Stellenwert von bedrucktem Toilettenpapier erreichen. Bei den sog. "Seriösen" verspricht häufig die Aufmachung mehr, als der Inhalt halten kann. Zwar wirken sie von der Sprache her neutral bzw. "objektiv". Doch was da steht, entspricht letztendlich der Meinung der Mächtigen, zu denen bekanntermaßen auch große Zeitungsverleger zählen. Die Unmengen von Zahlen, mit denen sie Mensch bombardieren, sind oft zusammenhangslos. Mit anderen Worten: Sie lügen auch. Beispiel Durchschnittswerte: Diese scheren extreme Gegensätze über einen Kamm. Und verwischen so u. a. die klaffende Riesenlücke zwischen reich und arm, wenn es um Einkommen, Vermögen, Steuern und dergleichen geht. Entsprechend mit Vorsicht zu genießen sind viele veröffentlichte Statistiken. Nicht umsonst gilt unter Statistikern das Motto: "Trau keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast." Im Schatten jeder "offiziellen" Statistik verbirgt sich bereits die Dunkelziffer, die sie Lügen straft.
Mensch sieht also: In dieser Gesellschaft wird wegen Besitz, Macht und Profit das Blaue vom Himmel herunter gelogen. Ergebnis ist der bekannte "graue Alltag" für die kleinen Leute. Diese erhalten ein zerrissenes Bild der Welt. Sie leben eingeschlossen in ihrer kleinen Alltagswelt. Die große Welt draußen geht sie nichts an, sie ist ein bloßes Abstraktum. Derart werden die Menschen dazu gebracht, sich selbst zu belügen. So kann man sie noch besser, noch leichter beherrschen. Es gilt, sich all die Lügen, Täuschungen und Halbwahrheiten nicht länger gefallen zu lassen. Es gilt, sich hier "querzustellen" und für echte Aufklärung zu sorgen. Denn das beste Mittel gegenüber Lügen ist immer noch: Die Wahrheit und nichts als die Wahrheit.
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