| | Datum ^ | Meldung | | 11.01.03, 18:38 | De Isch-AG (Realsatire)
Na Leete, des näe Jahr hat nune bejonne und wir wern uns wohl of wos janz Näes einstelle misse. Nämlich de Isch-AG. Was, davon habt der noch nischt jehiert ? Na jut, dann fange mer bä de bekloppte an. Olso, de Isch-AG is keene Ego-Arbätsjemenschaft. Ne, de Isch-AG is ne näe Form der Förderjung von Kleen- und Mittelstand. Schließlich solln hier de Arbeetslosen Eenzelunternehmer were.
Na un dor Baba Staat tut o e was dazu. Nämlich 10.000,00 Eero oder wie däs Zeech heeßt. Klar, da misse mer schaffe, die in Lohn und Brot stehe, um des ze bezahle, aber hiert mal, wenn`s de Soledaretät und der Schdaad verlangt, dann mache me des o. Klar ?
Schdellt eech nur emol vor, was mer for Arbeetsplätze schaffe, jede Isch-AG kann näe Läte beschäftige. No und dos is doch was, ode ? Ne AG braacht en Buchhalter, ne Tipse, an Akquisator, dar de Kunde beschofft, on Steuerhinterziehungsberoter un on Chef. Also, eene Isch-AG schofft dotsächllich finf neee Orbätsplätze. Wer hätte dos jedocht, dos des Hartz-Jonzept so viele Arbeetslose in de Arwät bringe jönnte. Jeener !
Ihr sad mer velecht e Volk von Witzfigure ! Was habt der jepfuht un an däbel on de wand jemalt, ja, ja, ihr säd mer velecht ä paar Racker. Spitzbube, Depressionäre, Verhunzingerte Läte.
Jäbt doch e mal dem arme Bundesganzler äne Schanse. Mensch, der arme Bub reißt noch net ä mal vor der Doris aus, aber bei ährem Gemeckre, jieht dar wirklich nach Omeriga. Na, und wer soll`n dann die Scheeße mache ? He, habt eech dos o emol iberlecht, oder wollt der velecht im Drecke steckenbleebe ? Dor Bundesganzler is doch nich de eenzige Dumme, ihr säd`s doch o ! Wos wollt dern iberhopt ?
Dor Bundeskanzler is wenigstens jegen don Kriech. Dor Joschka bläst o bloß ins griene Horn und wechselt seene Fahne wie die Windrichtung. Dos kleene Jrienhorn. Und dos is dor beliebteste Politiker Deutschlands. No ja, wo de Liewe hinfällt und wenn`s of en Misthoofen is. Jeschmackssache. Aber nich meener.
Un de Ulla, de kleene Bundesjesundheetsministerin. Ob die jesund ist, dos wisse mer nich. Awer das se was für`s Volk dut, des merke mer scho. Zweeklasse-Medizin - zohl mehr een - kriech wenicher roos, da fielt ma sich fast wie of ner Bank, bloß das es keene Zinsen jibt. Aber is och ejal, hoptsache, me ham noch Onsproch of a Finfbettzimmer - olles, wos iewer sechse is, is eh bloß sauerei. Oder globst de im Ernst, doß der Chefarzt sechse on em Tach schoffe kann ? Mer net.
Ower nu emal zurück zu unsrer Isch-AG. Olso, wenn de mal nen guten Eenfall host, dann gehe mer mal zur Personal-Service-Ajentur und losse uns de Bankkredit oszahle. Denn fahre mer erscht a mol in de Coribic. Zwee Woche Urlob of Staatskoste, des konn i mir net entjehe losse. Na, und wenn mer zurückkomme, san mer pleete. Do stelle mer den Insolvenzontrog. Eene mehr oder wenijer, dos fällt bei den Zahlen sowieso nimmer of. Dos Ende vom Lied ?
Isch hob eech de Isch-AG erklart. Und wenn`s keener kopiert, dann bin ich o nich schuld. Wos wollt der iewerhopt von mir ? Isch bin nur a klaanes arweetsloses Schwein, des sich iewer seene Zukunft so seene eegenen Jedonken mocht. Is des o scho verbote ? Ihr Bleedköppe ?
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| 07.01.03, 09:21 | Leidfiguren der Geschichte
Betrachtet man sich so manche zentrale Figur des gängigen Geschichtsbildes, könnte man arg ins Grübeln kommen. Julius Caesar, der berühmte römische Feldherr und Staatslenker, unterwarf ganz Gallien (bis auf das kleine Dorf in Aremorica, wo Asterix, Obelix und Idefix zu Hause sind) und schwang sich zum Diktator auf, bevor er den Dolchen der Verschwörer um Brutus und Cassius zum Opfer fiel. Auf seinen Eroberungsfeldzügen wurden weder die Leben der eigenen noch der gegnerischen Soldaten geschont. Auch Zivilisten, unter ihnen Frauen und Kinder, durften für Caesars und Roms Größe ihr Leben lassen. Kein Ruhmesblatt für die hoch gepriesene römische Kultur und Staatskunst.
Napoleon Bonaparte eroberte in den ersten beiden Jahrzehnten des 19.Jahrhunderts weite Teile Europas, ehe er ähnlich, wie die deutsche Wehrmacht über ein Jahrhundert später im russischen Schnee steckenblieb. Nachdem er sein Waterloo erlebt hatte, verblich er in der Verbannung auf der Insel St. Helena. Wieviele Tausend durften seinen Größenwahn mit dem Leben bezahlen? Immerhin hinterließ er der Nachwelt mit dem "Code Napoleon" ein für die damalige Zeit fortschrittliches Gesetzeswerk. Von Freund und Feind gleichermaßen verehrt, wird bis heute der deutsche Wehrmachtsgeneral Erwin Rommel. Sein Ruhm begründete sich auf den Nordafrika-Feldzügen, bei denen er zum Schluss gegen die Engländer unterlag. Er nahm sich später mit einer Giftkapsel das Leben, um nicht auf Grund seiner Nähe zu den versuchten Hitler-Attentätern abgeurteilt zu werden. Und folgte so den Soldaten ins Grab, die auf seinen Befehl hin in den Tod geschickt worden waren.
Man mag darüber streiten, inwieweit die edle Gesinnung und die gute Kinderstube die drei genannten Charaktere vereint. Die Tatsache, dass ihr Werdegang an Leichenbergen vorbeiführte und mit ihrer eigenen an sein Ziel gelangte, erscheint hier als die herausragende Gemeinsamkeit. So gesehen, durfte ihr soziales Verantwortungsbewusstsein im Schatten einer gewissen Selbstherrlichkeit und Arroganz der Macht gestanden haben. Über Leichen hinweg zum Ruhm und festen Platz im Zeitgedächtnis gelangen, ist es das, was den großen Krieger und Staatsmann auszeichnet? Umfragen sehen in Joschka Fischer seit Jahren den beliebtesten, deutschen Politiker. Er gab bisher drei Kriegseinsätzen seinen Segen. Er wird sich dem großen Bruder auch bei den folgenden Waffengängen nicht verweigern. Kennt die Geschichte Figuren, die ihren Namen, ihren Einfluss, ihre Kontakte und ihre Möglichkeiten zur Rettung und nicht zur Vernichtung von Menschenleben einsetzten?
Ein Name, der sich hier aufdrängt, ist der des deutschen Unternehmers Oskar Schindler. Er ließ während des zweiten Weltkrieges im besetzten Krakau in seiner Emaillefabrik in Krakau Juden arbeiten, weil sie die billigsten Arbeitskräfte waren. Schindler machte ein Riesengeschäft, scheffelte einen Haufen Geld. Als die Ostfront näher rückte und der Betrieb schließen musste, machte er sich, anders als erwartet, nicht mit dem Geld davon, sondern in seiner Heimat Mähren eine Rüstungsfabrik auf. Hier beschäftigte er bis Kriegsende 1200 Juden, die er auf eine Liste gesetzt hatte. Er rettete sie auf diese Weise vor dem Holocaust. Das ist umso beachtlicher, wenn man bedenkt, wieviele Unternehmen damals von billigen Arbeitskräften profitiert hatten und sich bis zuletzt gegen Zahlungen von geringen Beiträgen wehrten, die alles sind, nur keine "Entschädigung". Schindler opferte nicht nur sein gesamtes Geld, sondern setzte seine Geschäftstüchtigkeit ein, um seine Arbeiter zu retten. Dies ging so weit, dass er auf dem Schwarzmarkt Granaten kaufte, die er als selbst produziert ausgab, damit die Behörden keinen Verdacht schöpften. Er setzte seine geschäftsmännische Gerissenheit ein, um Menschen zu helfen und nicht, um sie auszunutzen, wie er es anfänglich in Krakau getan hatte. Eine für Gutmenschen und Heilsprediger aller Art schwer zu verkraftende Vorstellung. Denn Schindler war beileibe kein Heiliger. Er genoss einen aufwendigen Lebensstil, liebte Wein, Weib und Gesang. Was ihn nicht davon abhielt, etwas zu vollbringen, für das er sich eine Heiligsprechung verdient hätte.
Die Kirche spricht allerdings nur die heilig, die sie für ihre eigene Scheinheiligkeit benutzen kann. Sie selbst hat über Jahrhunderte ein Holocaust an Andersgläubigen- und denkenden zu verantworten und gab in der jüngeren Geschichte manch menschenverachtender Diktatur ihren Segen. Darüber können auch Friedensappelle heutiger Kirchenvertreter nicht hinwegtäuschen. Hier sollte nichts vergessen und vergeben werden. Gleiches gilt für die Nazi-Verbrechen. Leider ist das sog. "kollektive historische Gedächtnis" reichlich unterentwickelt. Ohne "Schindlers Liste", den Oskar- preisgekrönten Film des amerikanischen Regisseurs Spielberg von 1993, wüßte man heute kaum etwas über Schindler. Ein Armutszeugnis für das herrschende Geschichtsbewusstsein. Eigentlich ist es mehr ein Unbewusstsein, in dem sich Geltungssucht und Besitzstandsdenken selbst anbeten. Und sich die passenden Leitfiguren = Leidfiguren herauspicken.
Historische Blutspurensuche
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| 27.12.02, 20:44 | Abt. Nebenbei gefragt: Was ist Bildung?
Sind wir im Bilde, was die Bildung anbelangt? Mehr Geld für Schulen, Hochschulen und Ausbildung, das ist schön und gut und eine durchaus legitime Forderung. Aber, reicht das? Wofür wird hier eigentlich gelernt? Für die Schule, fürs Leben oder am Ende stets fürs liebe Geld? Für einen Arbeitsmarkt, der für die Azubis, Schul- und Hochschulabgänger von heute kaum noch Platz hat und für die von morgen gar keinen mehr? Das zu erkennen ist bereits eine Bildungfrage. Was nützt mir das höchstdekorierte aller Diplome, wenn ich dennoch nicht in der Lage bin, mir ein halbwegs angemessenes Bild von der rauhen Wirklichkeit draußen zu machen, geschweige denn einen Schimmer davon habe, in welche Richtung sich die Welt dreht? Bücherlesen ist was Feines, reicht jedoch allein nicht zur Erweiterung des Horizonts. Wehe, der Wurm verlässt das Bücherregal und wagt sich hinaus auf die Straße. Da taugt er gerademal als Vogelfutter. Es sei denn, dass Geflügel leidet unter einer Stauballergie, die ein Rotkehlchen erbärmlicher krächzen läßt als jede Krähe.
Wozu brauchen wir also Bildung, wenn uns das Schicksal des Wurms droht? Für Geld, Arbeit und anderen Unsinn, der sich hinter der philiströsen Floskel vom "Ernst des Lebens" verbirgt und uns das Dasein vermiesen will? Um bei anderen Eindruck zu schinden mit frommen, schlauen Sprüchen und Zitaten und allem anderen, was die bildungsbürgerliche Fassade und die dahinter befindliche Borniertheit pflegt?
Sollte Bildung uns nicht vielmehr über uns selbst und die Welt, in der wir leben, aufklären und uns helfen darin zurechtzukommen? Sollte sie uns nicht immun machen gegen sämtliche Zerr- und Heiligenbilder, die uns Politiker, Geschäftsleute, Redakteure und sonstige Sonntagsprediger ins Hirn zu implantieren trachten? Und den Schädel von innen abhärten, damit uns keiner ein Brett vor den Kopf nageln kann, auf dem neben sämtlichen Vorurteilen die Märchen aus tausend und einer geistigen Umnachtung eingeritzt stehen? Sollte sie uns nicht helfen der Macht der Dummheit, die der Macht des Geldes entspricht, zu widerstehen? Sollte sie nicht den Sinn für Gerechtigkeit jenseits allen verdrehten Rechts schärfen? Sollte sie nicht überhaupt für mehr Licht im Oberstübchen, sprich Bewusstsein, sorgen und verhindern, dass wir aus dem Unterbewusstsein heraus gesteuert werden? Schließlich und endlich: Sollte sie uns nicht helfen, den Sinn des Lebens zu begreifen und Lebensfreude zu entwickeln? Mit letzterem, aber auch allem anderen davor genannten, wird sich in Deutschland traditionell schwer getan. Hierzulande existiert keine Bildung, die den Namen verdient hätte. Immerhin trifft man aber auf drei unterentwickelte Abkömmlinge: Die Vermögens-Bildung, die Ein-Bildung und die Miss-Bildung. Qualität der Lehre? Nur Leere, Leere!
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| 17.12.02, 08:50 | Die Welt ist ruhig, aber ungerecht
Der Schein trügt. In Bezug auf den Einheitsbrei, den uns die Medien vorsetzen, tut er das besonders gern. Selten genug erheben sich aus diesem Brei brauchbare Reportagen, die uns über langfristige, globale Entwicklungen erhellen. Beispiel: Kriegerische Konflikte. Wer dieser Tage Nachrichten schaut oder die Zeitung aufschlägt, kann sich schwerlich des Eindrucks erwehren, dass die Welt jemals so sehr von Gewalt und Terror beherrscht wurde, wie gegenwärtig: Israel, Palästina, Afghanistan, Tschetschenien, Bali, Jemen usw. Praktisch kein Tag vergeht, ohne dass nicht irgendwo neue Attentate, Anschläge und militärische Vergeltungsaktionen gemeldet werden.
Scheinbar war die Welt nie zuvor derart übersät mit Konflikten. Scheinbar läßt der "Krieg gegen den Terror" keinen Winkel verschont. Scheinbar. Und diesen Schein gaukeln uns die Medien vor. In Wahrheit liegen die Dinge etwas anders. Ob man es glauben möchte oder nicht: Es gab noch nie so wenige politische Gewaltkonflikte, Aufstände und bewaffnete Auseinandersetzungen wie in der heutigen Zeit. Tatsache: Die Welt ist weitestgehend ruhig. Zu dieser überraschenden Erkenntnis gelangt Ignacio Ramonet, Direktor der internationalen Monatszeitung "Le Monde diplomatique", eines der wenigen Blätter, die aus dem medialen Einheitsbrei hervorragen. Ramonet vergleicht die jetzige Weltlage mit der vor 25-30 Jahren. Ergebnis: "Nahezu alle militanten Oppositionsparteien sind verschwunden, und die meisten High- and Low- intensity-Kriege, bei denen jedes Jahr zehntausende Menschen starben, sind zu Ende." Zwar gebe es den bewaffneten Kampf radikaler Islamisten und gewalttätige Konflikte in Kolumbien, Tschetschenien, Nepal, Kaschmir, im Baskenland, Sudan und dem Nahen Osten, in der Elfenbeinküste, in Sri Lanka und den Philippinen. Dennoch: "Der bewaffnete Konflikt ist selten geworden."
Dafür treten andere Formen der Gewalt in Erscheinung, allen voran diejenige der Ökonomie, befördert durch die Globalisierung. Sie hat die soziale Ungleichheit auf ein nie zuvor erreichtes Ausmaß geschraubt. In Zahlen ausgedrückt: Die Hälfte der 6,2 Mrd. Menschen lebt in Armut, über ein Drittel im Elend, 800 Millionen leiden an Unterernährung, fast eine Milliarde kann weder lesen noch schreiben, anderthalb Milliarden haben kein Trinkwasser, zwei Milliarden keinen Strom. Berücksichtigt man zusätzlich die alles andere als gesunden Arbeits- und Umweltbedingungen darf getrost davon ausgegangen werden, dass über 90 % der Menschheit nicht zu den Nutznießern der globalen Verhältnisse gehören. Erstaunlicherweise verhalten sich "die Verdammten dieser Erde", wie Ramonet sie nennt, "derzeit politisch ruhig." Der politisch organisierte Kampf mit dem Marxismus als Triebfeder hat sich nach dem Zusammenbruch des "real existierenden Sozialismus" praktisch erschöpft. Der Unmut über die bestehende Ungerechtigkeit äußert sich in anderen Formen der Gewalt: Kriminalität, Vandalismus, Aktionen von Einzeltätern wie Amokläufern, deren Verzweiflung so tief sitzt, dass sie nichts mehr zu verlieren haben. In Argentinien ist die Kriminalitätsrate seit Beginn der großen Wirtschaftskrise im Dezember 2001 um das Dreifache gestiegen. In Brasilien wurden zwischen 1987 und 2000 3937 Jugendliche unter 18 Jahren erschossen. Die bewaffneten Konflikte in Kolumbien, dem ehemaligen Jugoslawien, Sierra Leone, Afghanistan, Israel und Palästina zusammen forderten weniger Todesopfer.
All diese Vorgänge sind, wenn man so will, nur die heißen Spitzen eines kalten, sozialen Weltkrieges, der, kaum wahrgenommen, unter der ruhigen Oberfläche tobt. Es ist die ungeheure globale Diskrepanz zwischen Armut und Ausgrenzung einerseits wie Reichtum und Besitzstandswahrung andererseits. Zu Recht fragt Ramonet, wann sich die Benachteiligten dieser Welt in ihrer Verzweiflung gegen die weltweiten Missstände zur Wehr setzen. Die Welt ist ruhig, aber nicht friedlich. Eher ist sie ruhiggestellt wie ein Patient, dem man Tranquilizer verabreicht hat. Beruhigungsmittel hören irgendwann auf zu wirken. Dann folgt auf die Ruhe der Sturm. Fragt sich, in welcher politisch organisierten Form er auftritt. Können globale Bewegungen und Netzwerke wie "attac" politischen Kämpfen der Zukunft eine Plattform und eine Zielrichtung bieten? Sicher nicht, solange darin rückwärtsgewandte und überholte Institutionen wie Kirchen und Gewerkschaften den Ton angeben.
Subcom
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| 14.12.02, 19:11 | Zwergenrepublik
Wenn Lügen kurze Beine haben, werden wir von Zwergen regiert. Sie sind überall: Unter uns, über uns, in uns. Der kleine Mann im Ohr ist einer von ihnen. Ein Gartenzwerg in geheimer Mission. Sein Auftrag: Unkraut ins Hirn säen. Damit wuchernde Hirngespinste keinen Raum lassen für klare Gedanken. Im Bundestag pflegen sie das Lügenkraut besonders emsig. Er ist ein großes, gläsernes Gewächshaus, wo ein paar auserkorene Edelzwerge als Zirkusclowns auftreten und uns ihr Kasperletheater vorführen. Als würde dieses nicht reichen, trällern sie uns auch noch Weihnachtsliedchen vor. Dann laden sie zur Bescherung.
Geschenke gibt es allerdings nur für große Rotz- und Protznasen, deren Zimmer bereits so vollgestopft mit Spielzeug sind, dass zum Schlafen in andere Domizile ausweichen. Die braven, verschüchterten Kinder, die den großen Rotznasen deren Spielzeug zusammenbasteln, bekommen nichts. Anderswo gibt es immerhin einen ordentlichen Batzen Kriegsspielzeug, um sich gegenseitig fertigzumachen. Dafür dürfen sie hier von den paar Spielsachen, die sie haben, ordentlich was an die Gewächshauszirkuszwerge abliefern. Die behalten einen Teil davon für sich und reichen den Rest an die großen Rotzbengel weiter. Na wenigstens können sich alle Kinder, auch die Spielzeughersteller das Kasperletheater im Fernsehen angucken. Sie haben die Qual der Wahl zwischen Totlachen und Totschuften, woanders kommt noch Totschießen hinzu. So schaut Zwergendemokratie aus.
Die Geschenke für die Rotzprotznasen sind in bedrucktes Papier eingewickelt. Für die Beschriftung sorgen Zwerge an überdimensionalen Schreibtischen. Die haben nicht nur kurze Beine, sondern auch kurze Arme. Schreiben können sie nur, weil sie der lange Arm ihres Zars sie über dem Tisch hält. Viele von ihnen säßen gern an ihren eigenen, den Größenverhältnissen angemessenen Schreibtischen. Dann wären sie keine Zwerge mehr. Aber so zwingt sie der lange Arm des Herrschers über das gedruckte Wort, das Papier in einer Weise zu beschriften, wie es den großen Rotznasen gefällt. Denn er gehört zu ihnen. Deshalb lässt er keine Gelegenheit aus, den kleinen, schüchternen Spielzeugmachern vorzuführen, wie überzogen ihre Ansprüche sind und wie ehrlich und redlich sich die Rotzebengels ihren Berg an Spielzeug verdient haben. Dabei sind es doch die kleinen Spielzeughersteller, die diesen Berg zusammengetragen haben. Hinweise, die auf diese Riesenungerechtigkeit hinweisen, dürfen nicht auf dem Geschenkpapier stehen. Die Rotznasen werden sonst sauer. Sie haben nämlich Angst. Angst vor den vielen kleinen Kindern mit wenig Spielzeug, die ihnen zahlenmäßig weit überlegen sind. Sie könnten ihre rotzigen in blutige Nasen verwandeln, wenn sie nur wollten. Ihr Unmut wächst. Er ist ein schlafender Riese, dessen Schnarchen, die Zwergenrepubliken dieser Welt erschüttert. Deshalb lassen sie regelmäßig das Sandmännchen antanzen, damit es den Kindern Sand in die Augen streut, so dass sie weiterschlafen. Für die Zukunft bleibt zu hoffen, dass Arme und Beine wachsen, die Kinder groß werden und sich den Sand aus den Augen reiben. Nur so wacht die Menschheit endlich auf und wird erwachsen. Die verbliebenen Zwerge dürfen sich um das Unkraut in ihren eigenen Vorgärten kümmern. Da dürfen sie Heinzelmännchen spielen. Die Mörder werden Gärtner. Und das Sandmännchen beliefert fortan den Sandkasten.
Zwerg Naseweiß
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| 12.12.02, 14:23 | Warum haben Politiker ein so kurzes Gedächtnis ?
Weil sie nicht alles im Kopf behalten können. Mal ehrlich, wer kann sich noch an das erinnern, was die CDU/CSU mit der FDP während der Kohl-Ära so alles verzapft hat. Wir erinnern uns auch nur an das, was seit dem letzten Regierungswechsel sich für uns geändert hat.
Die alte Garden sitzen noch heute in Parteiamt und Würden. Früher in der Regierungsriege, heute in der Oppositionsriege. Die Köpfe sind die alten, kein frischer Wind weht in den Parteireihen. Was kann sich also ändern, wenn es dieselben Köpfe bleiben ?
Die Basis, das Umdenken des einzelnen und sein Handeln. Dieser Prozeß hat schon lange begonnen, nur die Stimmgewichtung ist noch nicht gewaltig genug, um den entsprechenden Druck auf unsere Politiker auszuüben, doch auch das kann möglich sein. Alles braucht Zeit.
Bis dahin schlagen wir uns weiter mit der Kurzzeitgedächtnislücke unserer Politiker herum. Was können sie uns auch anderes erzählen, als das, was ihnen in die Hand gegeben wird ? Diskussionen um Probleme werden hinter verschlossenen Türen geführt, Ergebnisse uns präsentiert und durchgepeitscht. Über die wahren Ursachen wird kein Blatt in den Mund genommen. Stellen Sie sich mal vor, Gerhard Schröder als Kanzler würde in aller Öffentlichkeit sagen, daß es keine Vollbeschäftigung mehr geben kann, weil dies einfach nicht mehr den ökonomischen Gesetzmäßigkeiten des Marktes entspricht. Oder ganz simpel, das Angebot an Arbeitskräften ist höher als die Nachfrage, weil die Industrialisierung und Technisierung des Arbeitsmarktes es einfach nicht mehr erforderlich macht. Weniger Arbeitsplätze für immer weniger Arbeitskräfte.
Das ist keine Hellseherei. Doch die Wahrheit kann auch ein Kanzler nicht sagen und will es auch gar nicht. Einfacher sind Ablenkungsmanöver. Das ist diplomatisch und wirbelt wenig bis gar keinen gesellschaftlichen Staub auf. Schauen wir uns doch mal das Beispiel der Rentenversicherung an oder das Problem der Krankenversicherungen. Natürlich ist es richtig, daß sich die demographische Entwicklung der Bevölkerung in den nächsten Jahrzehnten nach hinten verschiebt. Die Lösung des Problems wird darin gesehen, Beitragsstabilität durch Beitragserhöhungen zu garantieren, den Arbeitsmarkt zu reformieren und mehr Menschen in Brot und Arbeit zu bringen. Mit Billigjobs. Doch je mehr Billigjobs, desto weniger hohe Beitragseinzahlungen, desto weniger Anspruch an das gesetzliche Sozialversicherungssystem. In den nächsten Jahrzehnten wird die Altersarmut auch in Deutschland dramatisch steigen, aber nicht, weil die Menschen nicht vorsorgen wollen, sondern gar nicht können. Weil das geringe Erwerbseinkommen nicht bei allen ausreichen wird. Eine Steigerung der Lebensarbeitszeit bis auf 67 Jahre kann auch nicht das Patentrezept sein. Für einen Arbeitgeber ist ein junger Arbeitnehmer lohnmäßig billiger, als ein älterer Arbeitnehmer, auch wenn dieser erfahrungsgemäß dem Jüngeren überlegen ist. Doch der junge kann sich ja schnell einarbeiten. Und so dreht sich die Spirale weiter. Ältere Arbeitnehmer werden arbeitslos, nehmen Arbeitsteilzeit, zahlen nicht mehr soviel in die Sozialversicherungssysteme ein und werden einen geringeren Rentenanspruch haben. Im Gegenzug steigen die Krankenkosten, da es halt beim Älterwerden ganz naturbedingt das eine oder andere Zipperlein mehr gibt.
Die eigentliche Misere ist, daß in den letzten Jahren sich viele Frauen einfach dafür entschieden haben, keine Kinder in diese Welt zu setzen, da die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen mehr als unzureichend sind. Das Ablenkungsmanöver hier heißt, Förderung von Familien durch Ausbau von Betreuungsmöglichkeiten, Anspruch auf Teilzeitarbeit etc. Doch der wahre Grund wird nicht genannt. Jeder, der Kinder hat, weiß sehr genau, daß dies mit jahrelangen, hohen finanziellen Kosten verbunden und die gesellschaftliche Anerkennung, auch in finanzieller Hinsicht, mehr als dürftig ist.
Wenn nun die Regierung oder auch die Opposition Probleme angeht, gilt das Motto "Soziale Gerechtigkeit schaffen", um von der bereits herrschenden sozialen Ungerechtigkeit abzulenken. Eine tatsächlich gerechtere Verteilung des erwirtschafteten Reichtums wird es wohl stets nur tröpfchenweise geben. Schließlich sind die Interessen aller gleichberechtigt zu wahren.
Da beginnt das Abenteuer eines jeden Politikers von neuem. Wie kann er die Interessen aller gleichberechtigt wahren ? Geht nicht, jeder hat eine Lobby und jede Lobby hat scharfe Zähne, die einen Politiker gewaltig beißen kann. Und so wird eingelenkt. Längs, schwenk Marsch ! Das Ablenkungsmanöver wird aufgestellt, die "Reformation" ausgerufen und diejenigen auf "sozial gerecht" eingerenkt, die man massenhaft ablenken kann, die Bürger. Jeden, den die tiefgreifenden, politischen Einschnitte betreffen, werden sich empören, diskutieren, Politiker verteufeln und zum Schluß jede bittere Pille schlucken, die ihnen als zuckerzüße soziale Gerechtigkeit in den Mund gelegt wird. Was ist ein Ablenkungsmanöver ? Ein Manöver, das taktisch und strategisch so angelegt ist, den Gegner zu täuschen und in die Enge zu treiben, um das eigene Spiel zu verschleiern.
So wird Politiker an Seite des Politikers stehen, SPD an Seite von Bündnis 90/Die Grünen, CDU/CSU an der Seite der FDP, Arbeitgeber an der Seite des Arbeitgebers, Gewerkschaft an der Seite der Gewerkschaft, Arbeitnehmer an der Seite des Arbeitnehmers, Arbeitslose an der Seite des Arbeitslosen, Obdachlose an der Seite des Obdachlosen. Schulterschluß für soziale Gerechtigkeit ? Vielleicht im Himmel, doch hier auf Erden ?
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| 04.12.02, 21:30 | Ein ganz persönliches Weihnachtsgedicht
Advent, Advent, Frau Doris flennt. Ihr Gatte Gerhard, ei der Daus kommt aus dem Tränental nicht raus. Das Volk zum erstenmal geschlossen wünscht ihm und seinen Mitgenossen, einen Freifahrtschein zum Mond und damit sich das auch lohnt, soll Frau Doris ihn begleiten in des Weltall's tiefe Weiten.
Damit aber nicht genug, melden sich zu diesem Flug auch noch andre große Geister zu begleiten ihren Meister.
Aus dem schönen Niedersachsen trinkfest und sehr erdverwachsen Bauer Bartels rund und scheel sowie der Engel Gabriel.
Dazu kam noch angerannt, Clement aus Westfalenland neben ihm, das stimmt mich heiter, weil der Reim geht dadurch weiter, die Fraktion aus NRW der CDU, hehe hehe.
Weiter meldeten sich noch ein gewisser Hesse Koch, um das Bild auch abzurunden hat sich dann noch eingefunden, Özdemir, der Freund der Hunde und aus Hamburg kam Herr Runde.
Und in solch illustrer Schar fehlt nur einer, das war klar, denn auf jedem Schiff, das segelt, muß Guido sein, der alles regelt.
Dann am ersten Januar war die Starterlaubnis klar. Auf dem Rollfeld in klein Flotho traf man sich zum Gruppenfoto. Gerhard weinte eine Träne, Doris zeigte ihre Zähne. Doch da kam noch husch husch husch, aus Amerika Herr Bush, um mit eignem Aug zu sehen, ob sie wirklich alle gehen.
Doch genau um ein Uhr drei war der ganze Spuk vorbei. Fast nach Plan und äußerst knapp hob Apollo 18 ab. Und die Moral von dieser Mär zu berichten, ist nicht schwer, die Reu war lang und kurz der Wahn, es gab da keinen Rückfahrplan.
Betrachtung dreier Tiere zu dieser Reise.
Auf dem Baume saß die Made, schadenfroh und kerzengrade, und sang laut und wunderschön auf ein bald'ges Wiedersehn.
Unter'm Baume kugelrund, saß ein liebenswerter Hund. Das war der, den Doris stellte, als er in Hannover bellte, wo im Stadtpark sie spazierte und ein Pitbull nach ihr gierte. Huch, der wird mich doch nicht beißen oder meine Kinder reißen ! rief sie aus mit schrillem Ton und wie bestellt, da kam er schon. Gestatten Sie, mein Name ist Schratt vom großen Volksverblödungsblatt. Tag's darauf so ward zu lesen, in Hannover und in Seesen, wie Frau Doris so mal eben dem Tode näher war als dem Leben.
Dabei wollte dieser Köter, als ein echter Schwerenöter, nur sein Beinchen einmal heben und sein bestes von sich geben. Denn ein Hund, der aus Hamminkeln, muß nun öfter einmal pinkeln. Und an solch exquisitten Stieseln kann man ganz besonders pieseln. Als nun endlich große Stille, störend ward nur eine Grille, sang der Hund aus voller Brust, nein, diesmal nicht die Waldeslust, er sang: Advent, schöner Advent, am Himmel hoch ein Flugzeug brennt, darauf sang im Baum die Made, das ist wirklich jammerschade. Doch da ward noch in der Nähe eine rabenschwarze Krähe, die im Baume stundenlang, hörte, was die Made sang, ein kurzer Blick, dann kam der Schnabel. Da war es aus mit der Parabel.
Das ist das Ende der Ballade, man singt nicht immer, jammerschade, wenn ein Flug im Feuer endet, weil sich schnell das Schicksal wendet. Und man ist, o weh, o weh, schnell im Magen einer Kräh.
Hund und Krähe traten dann frohgemut den Heimweg an.
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| 01.12.02, 14:38 | LHPV-die Landeshundepolitikerverordnung
Endlich, endlich, nach so vielen Wochen kam mich meine Freundin Sandy besuchen. Aufgeregt wedelten wir mit unseren Schwänzen, beschnupperten unsere Hinterteile und stellten fest, daß wir noch genauso rochen, wie vor Wochen. "Hallo Gina, alles klar in Old Germania ?" rief Sandy fröhlich. " Logo", antwortete ich: "Bis, ja, natürlich auf die Landeshundepolitikerverordnung, die noch vor Ende des Jahres verabschiedet werden soll in NRW. Hör mal, da gibt es nur noch 4 Rassen. Rot, grün, schwarz, gelb." "Och, die gibt es doch schon seit Jahrzehnten, ist nichts Neues und dafür eine neue Verordnung ?" bemerkte Sandy: "Mensch, ist das alles ?"
"Sandy, Du hast den Ernst der Lage der Nation immer noch nicht geschnallt. Das sind die 4 gefährlichsten Rassen in Deutschland. Wenn sich diese Rassen auch noch kreuzen, wie z. B. Rot-Grün, dann werden sie regelrecht tollwütig. Sie fallen erbarmungslos jeden Bürger an, der auch nur nach Geld riecht. Das Portmonnaie muß der noch nicht mal in der Tasche haben. Gnadenlos werden Steuern erhoben und wer nicht zahlt, wird in den Arsch gebissen. Das geht sogar soweit, daß schon Bürger wegen der Rot-Grünen Politik ins soziale Abseits geraten sind und nie wieder hochkommen. Die werden von den Rot-Grünen noch weiter drangsaliert, so mit Hartz-Arbeitstherapie und Billigjobzwang. Ne, die Bürger Deutschlands haben wirklich nichts mehr zu lachen. Die leben nur noch in Angst und Schrecken. Eine richtige Depression schwebt über ganz Deutschland."
"Oh Gott, oh Gott", jammerte Sandy und schlug sich die Pfote vor die Augen: "Wo soll das denn noch hinführen ?" "Ja", belehrte ich Sandy: "Siehst Du nun ein, daß wir die Landeshundepolitikerverordnung brauchen ? Immerhin wird den 4 gefährlichsten Rassen ein Leinen- und Maulkorbzwang aufoktriert, nur außerhalb bebauter Gebiete dürfen sie sich noch frei bewegen." "Nein, das ist nicht richtig", empörte sich Sandy: "Die dürfen nicht freilaufen." "Keine Bange, die Bürger lassen neue Anstalten zur Sicherheitsverwahrung bauen. Oder besser gesagt, Sanatorien für politikgeschädigte Rassen zur lebenslangen Resozialisierung." war meine Antwort. "Kommt da etwa auch wieder die 20/40-Regelung mit rein ?" fragte mich Sandy mit großen Augen. "Jawohl," antwortete ich enthusiastisch: "Glaubst Du wirklich, daß man ein gefährliches Tier mit mehr als 20 kg Lebendgewicht und höher als 40 cm im Griff haben kann ?" "Nein, unsere Politiker bringen in der Regel schon das 3 bis 4-fache Lebendgewicht auf die Waage, ganz zu schweigen vom geldwerten Gewicht, daß sie sich in die Tasche schustern. Na, und unter 40 cm ist auch bei der Größe nichts zu machen, es sei denn, Du würdest Dich vielleicht auf ein Teil berufen. Da kann die Latte schon etwas drunter liegen. Aber sonst ?" Sandy schaute mich skeptisch an.
"Sandy, eigentlich gehörten solche Rassen verboten, aber leider gibt es immer noch ein paar, die glauben, sie wären unersetzlich. Deshalb wird es in Zukunft erforderlich sein, für solche Rassen einen Führungsnachweis zu erbringen." antwortete ich. "Führungsnachweis !" schnaubte Sandy verächtlich: "Die Bürger als Halter dieser gefährlichen Rassen bedürfen bestimmt keines Führungsnachweises, sondern eher der politische Partei-Rudelführer, der ja wohl seine eigenen Artgenossen nicht im Griff hat. Wie sonst ist es zu erklären, daß allzu oft ein paar kleine Mischlinge stets laut bellen und sich zu geldgeilen und spendenaffärensüchtigen, korrupten und morallosen Hyänen entwickeln ?" fragte Sandy. "Das Problem sind nicht die Mischlinge, sondern die Urtypen des parteilichen Politiksystems. Sie sind die Urväter und Urheber dieser vielleicht neuen Ober-Generation von Mischlings-Hyänen. Denn sie selbst sind nicht besser und können nur das vererben, was sie selbst in sich tragen, kapiert ?" fragte ich Sandy.
"Ja, kapiert !" antwortete Sandy zufrieden: "Wir sollten sie ausrotten, dann hätte eine neue, saubere und ehrliche Rasse eine reelle Überlebenschance. Aber ich sag ja immer, Dog, es stinkt.", und mit einem Gähnen, denn Diskussionen sind anstrengend, wackelten Sandy und ich ins Körbchen. Zusammengeschmiegt und in größter Harmonie mit Mensch und Umwelt schnarchten wir uns in die Welt der Träume, wo uns keine Landeshundeverordnung oder Landeshundepolitikerverordnung als niedrige, untergeordnete und verwerfliche Rasseschweine belangen kann.
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| 26.11.02, 10:03 | „Meine Sorge ist, dass die verbale Hetzte irgendwann in körperlichen Angriffen mündet.“
(Doris Schröder- Köpf)
Ist es nicht rührend, wie die Kanzlergattin sich um das Wohl um sich selbst und unseres geliebten Kanzlers Gerhard sorgt.
Mir persönlich kommen bei diesem Geschwätz nur Kotzkrämpfe in den Hals.
Gerade Doris Schröder-Köpf war es doch, die unser aller Leben mit in Gefahr brachte. Ja, die durch ihre Hetze an diesem Rassenwahn gegen ausländische Hunde mitgewirkt hat. War sie es nicht, die groß verkündete, „Auch unsere Tochter, wurde von Kampfhund bedroht“.
Der Unterschied ist nur, dass wir Betroffenen uns keine Zusammenrottung von Muskelmännern leisten können, die uns beschützen, wie das junge Glück Schröder-Köpf.
Wenn wir körperlichen Angriffen ausgesetzt sind, haben wir die „Arschkarte gezogen“.
Wir landen nicht in dem abgesicherten und sozialdemokratischen Schlaraffenland unserer Doris und ihrem Gerhard sondern werden durch Lügen über unsere Kameraden/Freunde unseres sozialen Lebens beraubt.
Peter Böttcher
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| 14.11.02, 20:40 | Streitbarer Geist im Dienst der Pressefreiheit Zum Gedenken an Rudolf Augstein
Am Ende hat er den Griffel aus der Hand gelegt und uns zurückgelassen mit den Springers, Dumonts und anderen Verleger-Päpsten. Die versuchten, ein jeder ihm ein Requiem voller Hochachtung auf den Leib zu schmieren. So gut, so künstlich, so gezwungen wie irgend möglich, wurden Parallelen zum Gründer und Herausgeber des "SPIEGEL" bemüht.
"Augstein- einer von uns" mag für die wirtschaftliche Seite des Verlagswesens im Ansatz zutreffen, journalistisch schießt es meilenweit an dessen streitbarer Persönlichkeit vorbei. Einen kritischen Redakteur Rudolf Augstein würde keiner der ehrenwerten Herren im Verlagshause, die im nachhinein so vollen Lobes über sein Wirken sind, jemals unter seinem Dach geduldet haben.
Denn wie kein anderer stand Augstein für die Freiheit des geschriebenen Wortes. Sie verteidigte er unablässig und kompromisslos. Für sie legte er sich mit den Mächtigen der Republik an, wanderte sogar 100 Tage ins Gefängnis. Es war 1962 und der Vorwurf lautete "Landesverrat". Auf Grund einer kritischen "SPIEGEL"-Reportage über die Verteidigungsfähigkeit der Bundeswehr. Der Skandal ging als "SPIEGEL"-Affäre in die Geschichte ein, führte zum Sturz des damaligen Verteidigungsministers Franz-Josef Strauß und leitete das Ende der Ära Adenauer ein. Strauß galt seither als Intimfeind Augsteins. Nicht unwesentlich trug der "SPIEGEL" mit schonungslos kritischer Presse dazu bei, dass der Bayer 1980 als Kanzlerkandidat der Union scheiterte. Trotzdem suchte Strauß einige Jahre später das Verlagshaus zur Versöhnung auf.
Politisch stand Augstein der FDP nahe, für die er in den 70ern sogar kandidierte, aber dann auf sein Bundestagsmandat verzichtete. Diese Nähe konnte ihn nicht davon abhalten, auch Richtung seiner eigenen Partei zu schießen, wie im Fall des Flick-Skandals. Er legte Wert darauf, dass sein Blatt tatsächlich das war, was andere nur zum Schein unter den Namen ihrer Hofblätter schreiben: Unabhängig und überparteilich. In diesem Sinne lag es ihm fern, es zum verlängerten Sprachrohr irgendwelcher Verbände oder Industrie- und Handelskammern zu machen.
Ebensowenig hatte er es nötig, bei jeder sich bietenden Gelegenheit den Beschäftigten des "SPIEGEL"-Verlages vorzuführen, wer im Haus das Sagen hat. Unter dem Eindruck der 68er-Revolte übertrug er 49,5 % der Verlagsanteile an die Belegschaft. Ein Schritt, der in anderen, sich gleichwohl "liberal" schimpfenden Verlagen undenkbar wäre. Bedauerlich nur, dass dem "SPIEGEL" als Magazin die bewährte kritische Linie in den letzten Jahren mehr und mehr abhanden gekommen ist.
Beispiel: Die zu vordergründige Berichterstattung über den 11.September. Hier hat man sich zu sehr dem Mainstream angepasst. Um sich stärker von Möchtegern- Journalismus á la Focus abzugrenzen, sollte verstärkter in alle Richtungen geforscht werden. Da der Name "Augstein" fest zum "SPIEGEL" gehört, sollte seine Tochter, als Journalistin bei der Süddeutschen Zeitung tätig, in die Verlagsleitung geholt werden. So ließe sich der streitbare Geist im Dienst der Pressefreiheit wiedererwecken. Er ist das Erbe Rudolf Augsteins.
Die Pressefreiheitskämpfer
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